Software
Microsoft rüstet sich gegen Google

Mit der Vorstellung des neuen "Office 2010" holt Microsoft zum Schlag gegen Google aus. Mit zahlreichen Online-Funktionen soll das Software-Paket das Produkt "Apps" des Konkurrenten ausstechen. Gleichzeitig zeigt sich Microsoft optimistisch im Bezug auf Windows 7 - und will offenbar seine Marketingtochter verkaufen.

DÜSSELDORF. Der US-Softwarekonzern Microsoft hat eine neue Runde im Dauerkampf mit Rivale Google eingeläutet. Das Unternehmen veröffentlichte gestern auf seiner Partnerkonferenz in New Orleans Details seiner neuen Bürosoftware "Office 2010". Mit zahlreichen Online-Funktionen tritt es gegen das Paket "Apps" von Google an. Zudem plant der Konzern laut einem Zeitungsbericht den Verkauf seiner Online-Marketingagentur Razorfish.

Entwickler und Unternehmen könnten die technische Vorschauversion von Office 2010 jetzt herunterladen, teilte Microsoft mit. Die Software wird neben der eigentlichen PC-Version in weiteren Versionen vorliegen. Diese können auf Mobiltelefonen oder über Web-Browser genutzt werden. Der Funktionsumfang der jeweiligen Versionen soll der Leistungsfähigkeit des jeweiligen Endgerätes angepasst sein.

Die mobilen Anwendungen werden sowohl auf Web-Browsern anderer Hersteller laufen, etwa Firefox oder Safari, als auch auf mobilen Geräten wie iPhone oder Blackberry. Dabei werde, so Microsoft-Manager Thorsten Hübschen im Gespräch mit dem Handelsblatt, bei einer mobilen Bearbeitung nie die Struktur des ursprünglichen Dokuments verändert, sondern nur das Aussehen auf dem Gerät.

Kräftig überarbeitet und vereinheitlicht werden die bislang unübersichtlichen Druck-Menüs. Funktionen wie das Konvertieren und Versenden oder Veröffenlichen von PDF-Dokumenten im Web sind ohne zusätzliche Software möglich. Die Präsentationssoftware Powerpoint bekommt Video- und Bildbearbeitungsfunktionen. Die für viele Nutzer wichtige E-Mailsoftware Outlook startet und reagiert künftig erheblich schneller. Beim "Conversation View" werden, wie beim Modell von Konkurrent Google, Konversationsstränge eines E-Mailverkehrs übersichtlicher.

Neu ist eine automatische Prüfung von Dokumenten auf ihre "Barrierefreiheit". Damit wollen die Macher gewährleisten, dass die Dokumente für seh- oder hörbehinderte Nutzer leicht zugänglich sind.

Das vor allem von Behörden nachgefragte Tool "Visio 2010" soll genau wie "Sharepoint Server 2010" in der ersten Hälfte des kommenden Jahres auf den Markt kommen. Firmenkunden können zwischen einem Abo-Modell und einer Lizenzversion wählen. Privatkunden können Office-Online über die "Windows-Live"-Plattform kostenlos nutzen.

Gleichzeitig arbeitet der Softwarekonzern offenbar an einem Verkauf seiner Online-Marketingagentur Razorfish. Microsoft verhandele darüber derzeit mit fünf der weltgrößten Werbekonzerne, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Bereits kommende Woche könnten etwa mit dem britischen Branchenriesen WPP vertiefte Prüfungen der Bücher beginnen.

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