Software
SAP: 2009 bleibt schwierig

Europas größter Softwarehersteller hat das laufende Jahr praktisch abgeschrieben - eine Konjunkturbelebung sieht SAP zumindest noch nicht. In der Krise setzt das Unternehmen nun auf Investitionen - und einen Stellenabbau.

HB MANNHEIM. Europas größter Software-Anbieter SAP rechnet nicht mehr mit einer durchgreifenden Belebung der Konjunktur in diesem Jahr. "Derzeit sehen wir bis zum Jahresende keine nennenswerte Verbesserung der allgemeinen Wirtschaftslage", sagte Co-Vorstandschef Leo Apotheker am Dienstag auf der Hauptversammlung in Mannheim. Für den Umsatz sei eine verlässliche Prognose in diesem Jahr nicht möglich. Apotheker übernimmt im Juni als alleiniger Vorstandschef das Ruder bei SAP.

Europas größter Softwarehersteller setzt in der Krise auf Investitionen. Eine gute finanzielle Verfassung sei entscheidend, um schlagkräftig agieren zu können, und die finanzielle Verfassung der SAP sei "sehr erfreulich", sagte Co-Chef Leo Apotheker am Dienstag auf der Hauptversammlung in Mannheim. "Das erlaubt uns kontinuierliche Investitionen, allen voran in Forschung und Entwicklung, aber auch in smarte Akquisitionen." Solche Investitionen seien gerade in schwierigen Zeiten von großer Bedeutung, "weil wir damit den Grundstein für künftiges Wachstum legen können".

SAP konzentriere sich daher auf die Rentabilität, verteidigte Apotheker den Sparkurs, den die Firma im Herbst vergangenen Jahres im Zuge der Finanzkrise eingeschlagen hat. "2009 ist und bleibt ein außerordentlich schwieriges Jahr." Erstmals in der Geschichte des 1972 gegründeten Unternehmens kommt es zu Stellenabbau.

Damit will Apotheker dem seit langem angestrebten Ziel einer operativen Marge von 35 Prozent näher rücken. Für die Umsatzzahlen lasse sich daher keine verlässliche Prognose abgeben. "Stattdessen konzentrieren wir unsere Prognose auf die operative Marge." Er bekräftigt das Margenziel von 24,5 bis 25,5 Prozent. Darin sind Kosten zwischen 200 und 300 Millionen Euro für den Stellenabbau enthalten, welche die Marge um 2 bis 3 Prozentpunkte drücken.

Die Margenprognose beruht auf der Annahme, dass der Software- und softwarebezogenen Umsatz auf dem Vorjahresniveau oder ein Prozent darunter liegt. 2008 lag die operative Rendite bei 28,4 Prozent. Der Anfang Juni nach 18 Jahren im SAP-Vorstand ausscheidende Co-Chef Henning Kagermann sagte, der Stellenabbau sei "eine der schwersten Entscheidungen" seiner Laufbahn gewesen.

SAP habe "so weit wie möglich" auf freiwilliges Ausscheiden von Mitarbeitern gesetzt. Angesichts der weltweiten Rezession sei der Sparkurs aber unumgänglich gewesen. In guten Jahren habe die Steigerung des Marktanteils Vorrang, in schwierigen Jahren die Verteidigung der Profitabilität.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%