Softwarebranche
Oracle legt mit starken Zahlen vor

Der US-Softwarekonzern Oracle gibt seine Quartalszahlen Wochen vor seinen Wettbewerbern bekannt und gilt damit als Stimmungsbarometer für die Softwarebranche. Und die Zeichen auf eine Erholung stehen gut: Der SAP-Rivale hat die Erwartungen für das zweite Geschäftsquartal übertroffen.
  • 0

HB BOSTON. Der US-Softwarekonzern Oracle rückt seinem Rivalen SAP weiter auf die Pelle und verkauft wieder mehr Software an Geschäftskunden. In den vergangenen vier Quartalen habe man SAP Marktanteile in allen Regionen der Welt abgenommen, teilte die Nummer Zwei hinter dem Walldorfer Konzern am Donnerstagabend mit. Die Oracle-Aktien stiegen nachbörslich um mehr als vier Prozent, aber auch die SAP-Papiere konnten in Frankfurt um 1,6 Prozent zulegen. Die überraschend guten Zahlen von Oracle fachte Hoffnungen an, dass Firmen rund um den Globus nach der tiefen Rezession wieder mehr investieren. Der Konzern gibt seine Quartalszahlen Wochen vor seinen Mitbewerbern bekannt und gilt damit als Stimmungsbarometer für die Softwarebranche. In Nord- und Südamerika sei das Geschäft mit kommerziellen Anwendungen um ein Prozent gewachsen, im asiatisch-pazifischen Raum um zwei Prozent, teilte Oracle weiter mit. Dagegen habe SAP in den beiden Regionen 35 und 34 Prozent verloren. Insgesamt steigerte der US-Konzern den Verkauf neuer Software im zweiten Quartal um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das laufende Quartal geht das Unternehmen von einem weiter beschleunigten Wachstum aus. Die Nachfrage der Kunden sei stark. „Die höheren Umsätze vermitteln den Eindruck, dass Oracle seine Position verteidigt und der Konkurrenz weiter Marktanteile abnehmen könnte“, sagte Analystin Kim Caughey von Fort Pitt Capital Group.

Auch in Bezug auf den Streit mit der EU um die Übernahme von Sun Microsystems äußerte sich Oracle optimistisch. „Wir rechnen damit, dass die EU-Kommission der Übernahme im Januar ohne Bedingungen zustimmen wird“, sagte Oracle-Präsidentin Safra Catz. Die EU hatte nach monatelangem Streit Anfang der Woche Zustimmung zu dem sieben Mrd. Dollar schweren Geschäft signalisiert.

Im zweiten Quartal verbuchte Oracle einen Nettogewinn von 1,5 Mrd. Dollar nach 1,3 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie betrug dabei ohne Sonderposten 39 Cent, während von Reuters befragte Analysten 36 Cent erwartet hatten. Der Umsatz lag vier Prozent höher bei 5,9 Mrd. Dollar.

Kommentare zu " Softwarebranche: Oracle legt mit starken Zahlen vor"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%