Softwarebranche
SAP: „Der Markt bleibt schwierig“

Der Softwarehersteller SAP hat seine Umsatzprognose gesenkt. Grund: SAP erwartet ein schwächeres Software- und Wartungsgeschäft. Der Umsatz zwischen Juli und Ende September ist im Vergleich zum Vorjahr bereits abgesackt. Die Quartalszahlen liegen unter den Erwartungen von Analysten.
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HB WALLDORF. Europas größter Softwarehersteller SAP kann nicht das Ende der Krise ausrufen. "Während wir Anzeichen für eine Stabilisierung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds sehen, bleibt der Markt schwierig", räumte Finanzvorstand Werner Brandt am Mittwoch bei der Vorlage des Quartalsberichts in Walldorf bei Heidelberg ein. SAP rechne nun fürs laufende Jahr mit einem Rückgang der Software- und Software-bezogenen Service-Erlöse um sechs bis acht Prozent.

Bisher hatte der mit Oracle und Microsoft konkurrierende Konzern nur einen Rückgang um vier bis sechs Prozent einkalkuliert. Am Ziel, eine währungsbereinigte EBIT-Marge von 25,5 bis 27 Prozent zu erreichen, hält SAP allerdings fest. Mit den jüngsten Quartalszahlen verfehlte SAP die Erwartungen von Analysten bei den Umsätzen und beim Betriebsgewinn.

Der Konzernumsatz sank in den Monaten Juli bis September um neun Prozent auf 2,5 Mrd. Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten Umsätze von 2,64 Mrd. Euro erwartet. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn gab im Vergleich zum Vorjahresquartal um acht Prozent auf 674 Mio. Euro nach, da SAP Geld für den laufenden Stellenabbau aufwenden musste. Mit dem im Zuge der Wirtschaftskrise verordneten Personlabbau ist der Konzern fast am Ziel, da bereits 2900 der geplanten 3000 Stellen weggefallen sind.

Vor allem in Schwellenländern und Japan hat SAP mit schwacher Nachfrage zu kämpfen. Dort hätten die Software- und Wartungserlöse im dritten Quartal unter den Erwartungen gelegen, erläuterte Finanzchef Brandt. Gleichwohl sei die um Sondereffekte bereinigte operative Marge binnen Jahresfrist um 0,8 Prozentpunkte auf 26,9 Prozent gestiegen. Maßgeblicher Grund dafür waren die gesunkenen Umsätze. Ohne Berücksichtigung der Service-Erlöse rutschte das Software-Geschäft in den Monaten Juli bis September um 31 Prozent auf 525 Mio. Euro in den Keller.

Für das Gesamtjahr bekräftigte der Weltmarktführer für Unternehmens-Software seine Erwartung, die um Sondereffekte und Wechselkurseffekte bereinigte operative Marge in einem Korridor von 25,5 bis 27 Prozent zu halten. Das Gros der Umsätze und des Gewinns fährt SAP gewöhnlich im laufenden vierten Geschäftsquartal ein.

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