Softwarebranche
SAP erhöht die Jahresprognose

Der Softwarehersteller SAP hat seine Kostenkur gut überstanden. Eine Folge: SAP konnte überraschend den Gewinn steigern. Nun macht sich wieder Optimismus breit - was sich in der Jahresprognose niederschlägt.

HB WALLDORF. Europas größter Softwarehersteller SAP blickt nach der drastischen Kostenkur optimistisch in die Zukunft. Bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das zweite Quartal stockten die Walldorfer am Mittwoch das Ziel für die operative Marge von bisher 24,5 bis 25,5 Prozent auf 25,5 bis 27 Prozent herauf. Dabei geht die SAP davon aus, dass der Umsatz mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen in diesem Jahr trotz der Konjunkturkrise lediglich um vier bis sechs Prozent sinkt. Mit der erhöhten Prognose hat SAP dem Markt überrascht. Der Aktienkurs reagierte positiv.

„Wir haben die Kosten seit Jahresbeginn um 500 Mio. Euro heruntergefahren. Damit sind wir sehr zufrieden“, sagte Unternehmenschef Leo Apotheker. „Außerdem bekommen wir positive Signale von der Kundenseite. Sie sind zwar noch vorsichtig, denken aber bereits wieder über Investitionen nach, besonders im asiatisch-pazifischen Raum.“ Finanzvorstand Werner Brandt kündigt an, die Kosten weiter streng im Blick zu haben. Die Marktentwicklung bleibe schwer vorhersehbar. Zudem steht mit dem vierten Quartal das wichtigste im gesamten Jahr noch bevor. Vor einem Jahr um diese Zeit hatte SAP die Prognose angehoben hatte, nur um sie bald darauf wieder zu kappen.

Im zweiten Quartal ließ SAP beim Gewinn dank des Sparprogramms die Prognosen hinter sich. Zwar schrumpfte der Umsatz in einem von der weltweiten Konjunkturkrise geprägten Umfeld von 2,86 auf 2,58 Mrd. Euro, während Analysten im Schnitt mit 2,63 Mrd. Euro gerechnet hatten. Dabei brach der Lizenzumsatz wie erwartet von 898 auf 543 Mio. Euro ein. Stark war das Geschäft mit Software-Wartung. So fiel der von SAP als Richtwert für die Geschäftsentwicklung ausgegebene Umsatz mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen lediglich von 2,06 auf 1,95 Mrd. Euro.

Unterm Strich erhöhte SAP überraschend den Überschuss von 408 auf 423 Mio. Euro. Dabei schlug der Stellenabbau zwischen März und Juni mit fünf Mio. Euro zu Buche. Die SAP verringert die Belegschaft um 3 000 auf 48 500 Stellen wurden zum Ende März bereits 1 600 gestrichen. Zur Jahresmitte waren mit 2 800 Jobs schon der Löwenanteil abgebaut. Die Kosten dafür liegen bei 200 Mio. Euro. Bisher hatte SAP 200 bis 300 Mio. Euro avisiert.

Zuletzt war Europas größter Software-Hersteller kräftig auf Einkaufstour gegangen. Vergangene Woche gab das Unternehmen seine Übernahmeabsichten für den Schweizer Bestellprogramm-Spezialisten SAF Simulation, Analysis and Forecasting AG bekannt.

Pro SAF-Aktie will SAP 11,50 Euro zahlen und damit insgesamt knapp 64 Mio. Euro. Am Freitag hatte die Aktie bei 10,50 Euro gestanden. Die zwei Hauptaktionäre mit ihren 37,8 Prozent haben sich bereits zum Verkauf ihrer Pakete verpflichtet.

SAP hatte in der jüngeren Vergangenheit mit der französischen Business Objects einen größeren Zukauf gestemmt. Für weitere Übernahmen in nächster Zeit will der Konzern bis zu fünf Mrd. Euro ausgeben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%