Softwaregigant
IBM stellt sich auf lange Flaute ein

Trotz der guten Quartalszahlen der IT-Branche bleibt der amerikanische Konzern sehr zurückhaltend und verschiebt den Aufschwung auf 2010. Der IT-Industrie macht vor allem zu schaffen, dass die Kunden weiterhin sparen, IBM will trotzdem investieren und schielt laut Marktforschern auf SAP.
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MÜNCHEN. Die IT-Industrie wird nach Ansicht von IBM noch lange nicht zur Tagesordnung übergehen können. Zu unsicher sei die Lage der Weltwirtschaft, warnt Steve Mills, der Softwarechef des US-Konzerns. "Es geht zwar nicht mehr abwärts, ein breiter Aufschwung ist aber auch noch nicht zu erkennen", sagte der Manager im Gespräch mit dem Handelsblatt. Erst im zweiten Halbjahr 2010 sei wieder mit Wachstum zu rechnen.

IBM dämpft damit die Hoffnungen auf eine schnelle Gesundung der IT-Branche. Die jüngsten Quartalszahlen der führenden Anbieter waren von Investoren und Branchenbeobachtern als Zeichen gedeutet worden, dass die Industrie schon bald wieder deutlich zulegen könnte.

Die Kunden sparen weiter

Danach sieht es nach Ansicht von Mills aber nicht aus, die angespannte Lage werde sich nur ganz allmählich bessern, sagt er. Der Grund: Die Abnehmer seien nach wie vor nicht bereit, den Blick nach vorne zu richten und zukunftsgerichtete Projekte zu starten: "Kostensenkungen spielen noch immer in allen Gesprächen mit den Kunden eine große Rolle."

Die Einschätzung von IBM deckt sich weitgehend mit den Prognosen der Marktforscher. So rechnet das European Information Technology Observatory (Eito) mit einem mageren Umsatzplus der europäischen IT-Branche im kommenden Jahr von 0,6 Prozent auf knapp 301 Mrd. Euro. Dieses Jahr schrumpft das Geschäft laut Eito etwa 2,6 Prozent.

"Stark von der Wirtschaftskrise betroffene Unternehmen, etwa aus dem Maschinen- und Fahrzeugbau, warten mit dem Start neuer IT-Projekte ab, bis sich die Lage bessert", sagte jüngst August-Wilhelm Scheer, Präsident des deutschen Branchenverbands Bitkom. Skeptisch ist auch Martin Hager, Chef des mittelständischen Münchener IT-Dienstleisters Retarus: "Momentan werden nur überlebenswichtige IT-Vorhaben angepackt." Mitunter führe die Sparwut der Kunden zu kuriosen Situationen: "Da ist zwar Geld da, um unsere Produkte einzukaufen. Wegen Kurzarbeit haben die Firmen aber kein Personal, um die Lösungen dann auch zu installieren."

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