Softwarekonzern
Microsoft versenkt Milliarden im Online-Geschäft

Das treibt Steve Ballmer die Zornesröte ins Gesicht: Der Microsoft-Chef muss 6,2 Milliarden Dollar auf das Online-Geschäft abschreiben. Es ist ein bitteres Eingeständnis - Google und Facebook sind offenbar zu stark.
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RedmondEs ist ein hartes Eingeständnis, das Microsoft da machen muss: Das mit viel Geld hochgepäppelte Online-Geschäft rund um die Suchmaschine Bing wird langsamer wachsen und weniger abwerfen als ehedem erwartet. Die Folge der eingetrübten Aussichten ist eine Abschreibung über stolze 6,2 Milliarden Dollar. Der Quartalsgewinn dürfte damit vollständig aufgezehrt werden. Analysten hatten damit gerechnet, dass Microsoft am 19. Juli einen Nettogewinn von etwa 5,25 Milliarden Dollar vorlegen würde.

Die Abschreibung kommt einem Eingeständnis gleich, dass Aquantive praktisch wertlos ist. Microsoft hatte das Unternehmen vor fünf Jahren für 6,3 Milliarden Dollar erworben, um seine Online-Werbeerlöse anzukurbeln und den Rivalen Google und Yahoo besser die Stirn bieten zu können. Zum damaligen Zeitpunkt war es Microsofts größte Übernahme, die nur durch den 8,5 Milliarden Dollar schweren Skype-Zukauf im vergangenen Jahr übertroffen wurde.

Der Suchmaschinen-Primus beherrscht noch heute große Teile des Geschäfts mit der Online-Werbung. Das Geld kommt vor allem durch gekaufte Links bei seinen Suchergebnissen herein. Dagegen habe die Übernahme von Aquantive „das Wachstum nicht bis zu jenem Grad vorangetrieben, der erwartet worden war“, erklärte Microsoft. Deshalb wird nun im Wesentlichen die Abschreibung fällig.

Die Abschreibung dürfte nicht nur den erwarteten Quartalsgewinn vollständig zunichte machen. Auch die Aussichten für die Online-Sparte mit der Suchmaschine Bing und dem MSN-Internetportal sind den Angaben nach alles andere als rosig: Microsoft verkündete, die Sparte werde nicht so stark wachsen und weniger Gewinn machen. Die Aussichten seien "geringer als bislang geschätzt", teilte Microsoft mit, ohne dies genauer auszuführen.

Zwar kam die Mitteilung überraschend, doch Investoren nahmen sie vorerst gelassen auf: In Frankfurt gaben Microsoft-Aktien um rund 0,9 Prozent nach. Im außerbörslichen US-Geschäft sanken sie auf 30,28 Dollar von 30,56 Dollar zum New Yorker Handelsschluss. Experten sagten, bei vielen Investoren sei die Übernahme bereits in Vergessenheit geraten.

Nachdem Microsoft schon 2009 die mit Aquantive übernommene Online-Marketingagentur Razorfish abgestoßen hatte, bleiben dem Software-Konzern von seinem Milliardenzukauf noch einige Online-Werbesysteme, die er nach eigenen Angaben weiterhin nutzt.

Das Online-Geschäft ist und bleibt damit die schwache Stelle von Microsoft: Alleine in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres lag der operative Verlust der Online-Service-Sparte bei mehr als 1,4 Milliarden Dollar. Immerhin reduzierte sich der Verlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als er sogar bei 1,9 Milliarden Dollar gelegen hatte.

Sein Geld verdient Microsoft bis heute vor allem mit seinem Betriebssystem Windows und den Office-Büroprogrammen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres bekam Microsoft unterm Strich 17,5 Milliarden Dollar heraus. Die Abschreibung fällt im vierten Geschäftsquartal an, das gerade abgelaufen ist und über dessen Verlauf das Unternehmen am 19. Juli berichten wird. Die Aktie lag nachbörslich leicht im Minus.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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    Meine „Conditional Comments“ ;-)

  • Was hat denn Microsoft denn je anderes getan als hinterher zu hecheln. Windows ist im Ursprung nichts anderes als eine Kopie des Mac OS aus den Achzigern. Microsoft hat auch den Boom des Internets in den späten Neunzigern verpennt und bis heute es nicht geschafft das aufzuholen. Wirklich innovatives hat MS bis heute nicht geleistet.

  • Lieber karstenberwanger,

    1) Im Windows Kern ist seit XP kein Stein auf dem anderen geblieben.
    2) MS für eine chaotische Resitry verantwortlich zu machen ist in etwa so, wie Ikea für die Unordnung auf dem Regal im Kinderzimmer zu beschimpfen. Welche Alternativsysteme können Sie aufführen, die das Problem besser lösen?

    MfG

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