Softwarekonzern
SAP gerät strategisch unter Druck

Nun fällt es richtig auf, wie sehr SAP unter seiner Abhängigkeit von dem Lizenzverkäufen an Großkonzerne leidet. Europas größter Softwarekonzern hat im ersten Quartal einen Umsatz- und Gewinneinbruch verzeichnet. Die Erwartungen der Analysten verfehlte SAP klar. Empfindliche Einbußen gab es vor allem im Neulizenz-Geschäft.

FRANKFURT. Der Softwareriese SAP leidet stärker unter der Krise als erwartet. Das Unternehmen hat im ersten Quartal ein Drittel weniger Software verkauft als im Vorjahresquartal. „2009 wird ein hartes Jahr, wir hoffen, dass 2010 besser wird“, sagte Leo Apotheker, der designierte SAP-Chef, gestern.

Die Lizenzeinnahmen brachen in den ersten drei Monaten von 622 Mio. auf nur noch 418 Mio. Euro ein. Allein die um 18 Prozent gestiegene Wartung rettete die Quartalsbilanz. „Das ist unter unseren Erwartungen“, kommentierte Thomas Becker von der Commerzbank. Dass das SAP-Papier bis mittags mit Minus drei Prozent relativ moderat reagierte, lag an den Aussagen zum Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit).

Zwar ist auch dieses bei SAP währungsbereinigt um 17 Prozent auf 410 Mio. Euro gefallen. Enthalten sind hier aber 160 Mio. Euro an Kosten, die das Management für den angekündigten Abbau von 3 000 Stellen im Jahr 2009 gebucht hat. Zudem versprach Apotheker, trotz der schwachen Lizenzerlöse im Gesamtjahr die versprochene Ebit-Marge von 24,5 bis 25,5 Prozent währungsbereinigt zu erreichen. „Das sollte den Märkten Vertrauen geben“, schrieb Knut Woller von Unicredit.

Allerdings konnte die Last der stark schrumpfenden Lizenzeinnahmen nicht gänzlich vom Kurs genommen werden. Schließlich hatte der Erzrivale Oracle zuletzt in diesem Punkt deutlich besser abgeschnitten. Das US-Unternehmen konnte die Lizenzerlöse im dritten Quartal (Ende Februar) währungsbereinigt um drei Prozent steigern. Auch der IT-Riese IBM konnte ein schwaches Hardwaregeschäft durch gute Softwareverkäufe kompensieren.

Dass SAP im Kerngeschäft stärker leidet als die Wettbewerber, belegt die nach wie vor große Abhängigkeit von Megaaufträgen. „SAP lebt immer noch sehr stark von den Großkunden. Hier reichen einige wenige Absprünge aus, um eine große Wirkung zu haben“, sagt Alexander Kubsch von der Beratungsfirma Techconsult.

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