Softwarekonzern
SAP will Personal abbauen

Der deutsche Softwarekonzern SAP will Personal abbauen und umschichten. Ein Sprecher dementierte Medienberichte, wonach Tausende Stellen auf dem Spiel stünden. Einschnitte stehen dennoch bevor.
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Stuttgart/WalldorfDer Softwarekonzern SAP will weltweit Stellen umschichten und teilweise streichen. Ein Sprecher dementierte am Mittwoch jedoch US-Medienberichte, wonach Tausende Stellen auf dem Spiel stünden. „Tatsächlich werden wir Ende 2014 mehr Mitarbeiter beschäftigen als Anfang des Jahres“, sagte er. Restrukturierungen in einigen Bereichen könnten aber nicht vermieden werden. Wie viele Stellen betroffen sein werden, konnte er nicht sagen. „Es geht dabei eindeutig nicht um einen Stellenabbau“, betonte er. Zuvor hatten unter anderem „PC World“ und „Wall Street Journal“ über die Pläne berichtet. SAP beschäftigte zuletzt knapp 67 000 Mitarbeiter. Betroffen seien alle Regionen weltweit und alle Arbeitsfelder - ob Entwicklung, Vertrieb oder Kundendienst.

Grund für den Stellenabbau ist auch die Umstellung auf das als zukunftsträchtig geltende „Cloud“-Geschäft. Der Marktführer für Firmensoftware stellt sich schon länger darauf ein, dass die Kunden zunehmend Mietsoftware gegen Gebühren über das Internet nutzen statt sie gegen eine Lizenzgebühr zu kaufen. Das hat Folgen beim Personalbedarf - so werden im Service weniger Mitarbeiter gebraucht, die den Kunden vor Ort beraten. Das wird stattdessen zentral und aus der Ferne geleistet. Zu kleine Standorte sollen wegfallen oder verlagert werden, wie der Sprecher erläuterte. Konzernchef Bill McDermott, der bald alleine an der Spitze von SAP steht, hatte Mitte April die Devise „Vereinfachen und Optimieren“ ausgegeben. Das Cloud-Geschäft und der Handel mit der klassischen, beim Kunden installierten Software sollen verschmolzen werden.

Der demnächst alleinherrschende SAP-Co-Chef Bill McDermott hatte im Februar angekündigt, das Unternehmen schlanker machen zu wollen. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa hatte er im April Kosteneinsparungen erwähnt. Einfacher zu werden, bedeute aber nicht, „dass wir nur Kosten sparen, sondern vor allem die Dinge noch besser machen“, sagte er. An den Mitarbeitern wolle er nicht sparen.

Seit der Umstellung auf die Cloud-Technologie herrscht bei SAP auch an der Spitze ein reges Kommen und Gehen. Einige Führungskräfte von Cloud-Anbietern, die SAP übernommen hat, verließen den Konzern nach kurzer Zeit. So ging vor wenigen Tagen Shawn Price, der erst zu Jahresbeginn als Dritter an dieser Stelle zum Cloud-Chef ernannt worden war. Da den Kunden Mietsoftware und traditionelle Software nun aus einer Hand angeboten werden, sei dieser Posten überflüssig geworden, erklärte der Sprecher. Vergangene Woche war außerdem überraschend Entwicklungschef Vishal Sikka aus dem Vorstand ausgeschieden - er ist der Vierte innerhalb eines Jahres, der das Top-Management verlassen hat

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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