Softwareriese im Visier japanischer Wettbewerbshüter
Microsoft droht auch in Japan Ungemach

Die japanische Handelsaufsicht hat Büros der örtlichen Microsoft-Tochter durchsucht. Nach der EU-Kommission nehmen nun auch Nippons Wettbewerbshüter die Geschäftspraktiken des weltgrößten Softwarekonzerns unter die Lupe.

HB TOKIO. Die japanische Kommission für lauteren Handel gab am Donnerstag bekannt, dass sie gegen die japanische Tochter des US-Unternehmens wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Kartellrecht ermittelt. Microsoft sieht sich bereits in Europa mit einem laufenden Kartellverfahren konfrontiert.

Die japanische Behörde geht nach eigenen Angaben der Vermutung nach, dass Microsoft Computerherstellern Lizenzen für das Betriebssystem Windows XP zu unfairen Konditionen zur Verfügung stellt. Der Fall solle so schnell wie möglich gelöst werden, teilte die Kommission weiter mit.

Eine Sprecherin der japanischen Microsoft-Tochter bestätigte einen Besuch von Behördenvertretern bei dem Unternehmen, bestritt dagegen aber alle Vorwürfe. Die Wettbewerbshüter suchten auch Japans größten Computerhersteller NEC Corp. auf, wie ein Konzernsprecher bestätigte. NEC sei dabei zu Geschäftsvereinbarungen mit Microsoft befragt worden.

Die japanischen Behörden hatten bereits 1998 gegen den US-Konzern ermittelt. Damals ging es um dessen umstrittene Praxis, das Browser-Programm Internet Explorer an das Windows-Betriebssystem zu koppeln. Außerdem wurde Microsoft vorgeworfen, Windows-Käufern Teile seiner Bürosoftware Office aufzudrängen. Die Untersuchungen führten allerdings zu keinem Ergebnis.

Im Kartellstreit mit den europäischen Wettbewerbshütern wird eine Entscheidung der EU-Kommission für die erste oder zweite März-Woche erwartet. Die Europäische Kommission wirft Microsoft vor, Software von Konkurrenten mit Hilfe einer wettbewerbsschädlichen Geschäftsstrategie aus dem Markt zu drängen. Das Unternehmen war unter anderem in die Kritik geraten, weil es seinen Media Player - eine Software, mit der man Musik und Videos auf dem Computer abspielen kann - nur als Teil des weit verbreiteten PC-Betriebssystems Windows ausliefert.

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