Softwareunternehmen
Oracle erwägt Übernahme von Novell

Der Softwarekonzern Oracle denkt über die Übernahme des Softwarekonzerns und Linux-Spezialisten Novell nach. Das räumte Oracle-Chef Larry Ellison in einem Interview mit der Financial Times ein und betonte zugleich, dass sich Oracle sehr genau unter den Anbietern von Open-Source-Software umschaue.

FRANKFURT. Novell wollte die Aussagen Ellisons am Dienstag nicht kommentieren. Novell ist ein Anbieter von Netzwerksoftware und hat vor rund zwei Jahren unter anderem den deutschen Linux-Spezialisten Suse Linux gekauft. Die Börse bewertet Novell mit rund 2,5 Mrd. Euro.

Sollte Oracle Novell übernehmen, würden sich die Ausgaben der Kalifornier für Übernahmen innerhalb von zwei Jahren auf deutlich mehr als 20 Mrd. Euro summieren. Den Großteil davon investierte der Datenbankspezialist Oracle in den Kauf von SAP-Konkurrenten wie Peoplesoft und Siebel. Doch mit den aktuellen Plänen wendet sich Oracle stärker einem neuen Bereich zu: der Systemsoftware für den Betrieb von Computernetzen.

Nach Microsoft und IBM ist Oracle das drittgrößte Softwareunternehmen der Welt und wird im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich mehr als zwölf Mrd. Dollar umsetzen. Der Löwenanteil der Umsätze und Gewinne stammt dabei aus dem Geschäft mit Datenbanksoftware.

Im Open-Source-Markt sieht sich Oracle offensichtlich durch die beginnende Konsolidierung zur Eile gedrängt. Der US-Linux-Anbieter Red Hat hatte vergangene Woche die Übernahme des ebenfalls auf freie Software spezialisierten Softwareanbieters JBoss für rund 400 Mill. Dollar angekündigt. Ein Unternehmen, an dessen Kauf auch Oracle interessiert war. Nun will Oracle durch eine Übernahme von Novell verhindern, dass Red Hat den Markt dominiert. Denn in den stärker werdenden Open-Source-Firmen wittern die etablierten Softwarekonzerne wachsende Konkurrenz. Im Gegensatz zu den Programmen proprietärer Softwarehersteller ist die reine Nutzung von Open Source Software kostenlos. Außerdem dürfen Nutzer den Programmcode kopieren und verändern.

Im Gegensatz zum PC, auf dem das Microsoft Betriebssystem Windows einen Marktanteil von mehr als 95 Prozent hat, steigt in den Rechenzentren und in Computernetzen die Beliebtheit der Open-Source-Software. Immer mehr Softwarefirmen denken deshalb darüber nach, wie sie auf Open-Source-Software reagieren sollen.

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