Sogar die Nachfrage nach Personal zieht an – Fast alle Firmen klagen über Druck auf die Honorare
Agenturen rechnen 2005 mit mehr Wachstum

Nach Jahren der Flaute hofft die Agenturbranche in Deutschland, in diesem Jahr erstmals wieder stärker als die Gesamtwirtschaft zu wachsen. Das sagte der Präsident des Gesamtverbandes Kommunikationsagenturen (GWA), Holger Jung, gestern in Berlin.

tel BERLIN.Auf eine konkrete Wachstumsprognose wollte sich der Verband bei seiner Herbstpressekonferenz nicht festlegen, aber angesichts des bescheidenen gesamtwirtschaftlichen Wachstums dürfte der Zuwachs für die Agenturbranche auf etwa ein Prozent hinauslaufen. Von 2001 bis 2003 hatten die Agenturen deutlich an Umsatz verloren. Die jetzige Prognose des Verbandes deckt sich mit der Einschätzung der Werbekonjunktur durch den Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft, der 2005 ebenfalls ein leichtes Plus erwartet.

Wie die aktuelle Herbstumfrage im Auftrag des GWA unter den führenden deutschen Werbe- und Kommunikationsagenturen zeigt, hat sich der leichte Aufwärtstrend vor allem auf dem Personalmarkt niedergeschlagen. Knapp die Hälfte der befragten 92 Agenturchefs gibt an, ihr Personal 2005 ausgebaut zu haben. „Das Telefon mit Headhuntern am anderen Ende der Leitung klingelt wieder“, sagte Jung.

Mit der Umsatzentwicklung ihrer Agentur waren 59 Prozent der befragten Agenturchefs im ersten Halbjahr 2005 zufrieden, etwas mehr als im Vorjahr (55 Prozent). Dabei zeigten sich die Geschäftsführer der so genannten Network-Agenturen, die zu börsennotierten Werbekonzernen gehören, deutlich zufriedener als die inhabergeführten Agenturen. Zahlen für den Agenturmarkt in Deutschland gibt es nicht mehr, seit die börsennotierten Werbekonzerne 2003 ihren Agenturtöchtern wegen der Bestimmungen des Sarbanes-Oxley-Act die Veröffentlichung von Umsatzzahlen nicht mehr erlauben.

Die Werbeausgaben auf Kundenseite zeigen laut GWA-Umfrage eine leicht steigende Tendenz. Treiber des Wachstums sind Banken und Finanzdienstleister sowie die Branchen Pharma und Health-Care. Aber auch in der Telekommunikation, der Automobilindustrie sowie bei den Herstellern von Nahrungs- und Genussmitteln seien positive Signale erkennbar. Gut die Hälfte aller befragten Agenturen geht deshalb für 2006 von einem weiteren Umsatzwachstum aus – weniger als vor Jahresfrist, als es noch 67 Prozent waren.

Der steigende Druck auf die Honorare bleibt laut GWA-Umfrage wie in den Vorjahren ein zentrales Problem, das über 90 Prozent der Befragten nennen. Die Renditen werden von der Hälfte der Agenturchefs als eher mittelmäßig angegeben. „Bei einer weiterhin unbefriedigenden Profitabilität kann nur von einer vorsichtigen Erholung die Rede sein“, sagte Jung.

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