Sonderabschreibung belastet
Kontron rutscht tief in die Verluste

Eine Sonderabschreibung in Millionenhöhe hat den Miniaturcomputer-Hersteller Kontron im zweiten Quartal unter dem Strich tief in die roten Zahlen gedrückt. Vorstandschef Hannes Niederhauser bekräftigte dennoch im Reuters-Interview seine Prognose für 2003. In den Monaten April bis Juni 2003 hat die Gesellschaft bei einem leichten Umsatzrückgang ihren operativen Gewinn gesteigert.

Reuters ECHING. „Wir sind heute (vor Steuern und Zinsen) bei 3,5 Mill. € und wir werden die angekündigten sieben Mill. € wahrscheinlich sogar übertreffen“, sagte Niederhauser am Freitag. „Wir sind da optimistisch.“ Zugleich warnte er vor einer Überbewertung der Sonderabschreibung auf den Wert der übernommenen Jumptec von 34,7 Mill. €, die zu einem Netto-Quartalsverlust von 31,9 Mill. € führte. „Das sieht auf den ersten Blick sehr erschreckend aus, aber das ist eine rein rechnerische Größe“, sagte der Vorstandschef. „Das hat uns keinen Pfennig gekostet.“

Die Integration von Jumptec, die Kontron seit Anfang Juli 2002 konsolidiert, ist nach Niederhausers Worten nun mit der Firmenwertbereinigung komplett abgeschlossen.

Von April bis Juni verbuchte das Unternehmen aus Eching bei München vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) ein Gewinn von 4,2 Mill. € nach 3,6 Mill. € im Auftaktquartal 2003. Der Umsatz sank zugleich auf 54,1 (55,2) Mill. €. „Der starke Euro hat uns umsatzmäßig getroffen, auf der Ergebnisseite war der Einfluss aber gering“, erläuterte Niederhauser. Die Belastung beim Umsatz bezifferte er auf 2,5 Mill. € im Quartal, beim Ergebnis auf 0,4 Mill. €. Kontron, die so genannte Embedded Computer herstellen, faktoriert rund 60 % seines Geschäfts in US-Dollar.

Vergleichszahlen für das Vorjahresquartal nannte Kontron nicht, weil diese nach Angaben des Unternehmens aufgrund der erst zur Jahresmitte 2002 erfolgten Miteinbeziehung der Deggendorfer Jumptec nur begrenzt aussagefähig sind. 2002 hatten Sonderabschreibungen und Restrukturierungskosten bei Kontron zu einem kräftigen Gewinneinbruch geführt: Das Ebit war auf 1,6 (2001: 8,5) Mill. € gefallen.

Kräftiges Wachstum in den kommenden Quartalen erwartet Kontron vor allem in Russland und China - Märkte die auf das Unternehmen seit Jahresbeginn angesichts der Konjunkturflaute in Europa verstärkt setzt. „Das geht besser als geplant, insbesondere Russland ist quasi explodiert“, sagte Niederhauser. Der Umsatz in China und Russland sei insgesamt im Vergleich zum ersten Quartal um 31 % auf etwa sieben Mill. € geklettert. Damit ergebe sich ein Umsatzanteil der Länder von zwölf Prozent, was über der ursprünglichen Planung liege. Auch die USA entwickelten sich gut, während das Geschäft in Europa nach wie vor eher unbefriedigend verlaufe.

Den operativen Cash-Flow bezifferte die Gesellschaft für das zweite Quartal auf 2,7 (Vorquartal 1,7) Mill. €. Der Auftragsbestand lag den Angaben zufolge währungsbereinigt mit 94 Mill. € auf dem Niveau des Vorquartals.

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