Sony steigert Gewinn
Ärger mit Smartphones, Spaß mit der Playstation

Sony überrascht die Anleger ausnahmsweise positiv: Der kriselnde Elektronik-Riese hat den Gewinn gesteigert. Die neue Spielkonsole Playstation 4 ist äußerst gefragt, dagegen läuft das Smartphone-Geschäft nur mäßig.
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TokioDer japanische Elektronik-Riese Sony überrascht mit einem deutlich höheren Gewinn als erwartet. Freude bereitete dem Konzern das Geschäft mit Spielkonsolen und Netzinfrastruktur, außerdem das Filmgeschäft. Dagegen erwartet Sony in seinen Sorgensparten Smartphones und TV-Geräte noch schlechtere Geschäfte als bisher.

Im vergangenen Quartal verdiente Sony operativ 69,8 Milliarden Yen (506,6 Mio Euro), unterm Strich 26,8 Milliarden Yen (194,6 Mio Euro). Im Vorjahresquartal hatte es nur einen schmalen Gewinn von 3,1 Milliarden Yen gegeben, Analysten hatten für die vergangenen drei Monate auch einen Verlust nicht ausgeschlossen. Der Umsatz stieg um 5,8 Prozent auf 1,8 Billionen Yen (13,1 Mrd Euro).

Der Spielebereich fuhr dank guter Verkäufe der neuen Spielekonsole Playstation 4 ein operatives Ergebnis von 4,3 Milliarden Yen ein. Vor einem Jahr sorgte die Sparte noch für ein Minus von über 16 Milliarden Yen. Von der zum vergangenem Weihnachtsgeschäft gestarteten Playstation 4 verkaufte Sony im vergangenen Quartal 3,5 Millionen Geräte. Für das noch bis Ende März 2015 laufende Geschäftsjahr peilt Sony einen Absatz von 17 Millionen Konsolen an.

Der Filmbereich konnte vor allem dank des Erfolgs von „The Amazing Spider-Man 2“ und „22 Jump Street“ den operativen Gewinn mit 7,8 Milliarden Yen mehr als verdoppeln. Die Musik-Sparte steigerte den Ertrag um 5,7 Prozent auf 11,4 Milliarden Yen.

In dem lange Zeit verlustreichen Geschäft mit Unterhaltungselektronik sprang der operative Gewinn von 3,4 auf 7,7 Milliarden Yen hoch. Mit Fernsehern verdient Sony allerdings wegen hoher Sanierungskosten nach wie vor kein Geld. Konzernchef Kazuo Hirai rechnet für dieses Geschäftsjahr mit einer Belastung von 50 Milliarden Yen. Zudem senkte der Konzern die Prognose von 16 Millionen auf 15,5 Millionen verkaufte Geräte. Bei PCs hatte Hirai kurzerhand die Notbremse gezogen und nach andauernden roten Zahlen die Sparte verkauft. Das Geschäft mit TV-Geräten will er aber unbedingt auf Vordermann bringen.

Bei mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets gab es einen operativen Verlust von 2,7 Milliarden Yen. Sony senkte die Prognose für den Smartphone-Absatz im laufenden Geschäftsjahr von 50 auf 43 Millionen Geräte.

Der Druck auf den als Sanierer angetretenen Hirai war gestiegen, zuletzt mit dem Verlust von über 128 Milliarden Yen im vergangenen Geschäftsjahr. Damit hatte Sony in fünf der sechs vergangenen Jahre rote Zahlen geschrieben.

An seinen Zielen für den Gesamtkonzern hielt Sony allerdings fest und erwartet weiter einen operativen Gewinn von 140 Milliarden Yen und unter dem Strich einen Verlust von 50 Milliarden Yen – der sechste Nettoverlust in Folge.

Sony will wegen der roten Zahlen seinen Schrumpfkurs noch verschärfen, früheren Angaben zufolge sollen 5000 der zuletzt weltweit 145.000 Stellen wegfallen. Ganze Geschäftsfelder sollen aufgegeben werden, etwa die angeschlagene PC-Sparte mit der Hauptmarke Vaio. Bei der Produktion von Fernsehern sucht der Konzern einen Partner.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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