Sorge um Gewinnwarnung
Verwirrung um Prognose: T-Aktie stürzt ab

Die Aussicht auf ein weiter rückläufiges Festnetzgeschäft der Deutschen Telekom im laufenden und im nächsten Jahr hat am Mittwoch zu einem drastischen Kurseinbruch der T-Aktie geführt. Börsianer reagierten massiv verschreckt auf entsprechende Aussagen von Konzernvorstand Timotheus Höttges während eines Investorentags. Die Titel verloren zeitweise bis zu 13 Prozent an Wert und sackten unter die Marke von zehn Euro und damit auf den tiefsten Stand seit März 2003. Bei der Telekom sorgt der überraschende Kurseinbruch der Aktie dagegen für Ratlosigkeit.

HB FRANKFURT/BONN. Ein Konzernsprecher sagte am Mittwoch: "Es ist unerklärlich. Denn es gibt keine neuen schlechten Nachrichten - im Gegenteil." Möglicherweise habe es bei einem Investorentag des Unternehmens in Bonn Missverständnisse gegeben.

Einen Zusammenhang mit einem von der EU-veröffentlichtem Bericht zur Situation auf dem europäischen Telekommunikationsmarkt sah der Sprecher zunächst nicht.

Er bekräftigte ausdrücklich die vom Unternehmen auf der Bilanz-Pressekonferenz vor wenigen Wochen gegebenen Prognosen für das Jahr 2008. "Der Ausblick ist unverändert." Es waren Befürchtungen aufgekommen, dass der Bonner Konzern seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr nicht einhalten könnte.

Zuvor hatte Vorstands-Mitglied Timotheus Höttges für dieses Jahr für die Festnetzsparte einen Rückgang bei Umsatz und Ebitda in Aussicht gestellt. Der Umsatz werde voraussichtlich um vier bis sechs Prozent schrumpfen, sagte Höttges. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) sinke wohl sogar um fünf bis acht Prozent. Marktteilnehmer interpretierten die Telekom -Aussagen als "Gesamt-Gewinnwarnung", während Analysten sich in ihren Erwartungen allerdings bestätigt zeigten. "Die Aussagen von Höttges sind in der Konzernprognose berücksichtigt", sagte dagegen der Sprecher und versicherte, die Konzernprognose für 2008 gelte weiter. Die auf der Investorenkonferenz gemachten Aussagen zum Festnetzgeschäft seien darin berücksichtigt.

"Die Prognosen lagen leicht unter den Markterwartungen", sagte Analyst Chris-Oliver Schickentanz von der Dresdner Bank. "Der Kurssturz ist aber überzogen, da die Ziele für das Konzernergebnis trotz der schwächeren Aussichten für das Festnetzgeschäft bestehen bleiben.""Was hier zur Festnetzsparte gesagt wurde, entspricht genau meinen Erwartungen", sagte ein anderer Analyst, der namentlich nicht genannt werden wollte. Die "Kundenerosion" im Festnetzbereich sei bekannt, so dass die Prognose nicht unerwartet komme. Offensichtlich hätten andere positivere Erwartungen gehabt. Anders sei der Kursverlust nicht zu erklären, sagte der Analyst.

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