Sorge um Steve Jobs Gesundheit beeinflusst die Börse
Apple-Kurs bricht überraschend ein

Die US-Rezession, so scheint es, hat die High-Tech-Branche eingeholt. Nach dem Hoffnungsschimmer von Intel und IBM und der Enttäuschung von Microsoft und Google gab jetzt Apple einen überraschend schwachen Ausblick auf den Rest des Jahres. Trotz hervorragender Ergebnisse im abgelaufenen Quartal fiel der Apple-Kurs um über zehn Prozent.

je PORTLAND. Bereits im Vorfeld der Ergebnisse, die am Montag nach Börsenschluss veröffentlicht wurden, gab es negative Schlagzeilen für Apple. Die "New York Post" berichtete, Apple-Chef und High-Tech-Ikone Steve Jobs habe auf der jüngsten Entwicklerkonferenz "blass und abgemagert" ausgesehen.

Das Blatt schürte damit wieder Sorgen um den Gesundheitszustand von Jobs (53), der vor vier Jahren an Krebs operiert wurde. Das Unternehmen dementierte: er habe sich nur erkältet und nehme Antibiotika. Aber Apples Glaubwürdigkeit ist dünn, nachdem sich die Firma Monate Zeit ließ, um die Öffentlichkeit seinerzeit über Jobs Erkrankung zu informieren. Jobs gilt bei Apple als unersetzbar und es gibt für ihn keinen offiziellen Nachfolger. Finanzchef Peter Oppenheimer sagte auf Nachfragen nur, Jobs habe "nicht die Absicht, Apple zu verlassen", und seine Gesundheit sei "seine Privatsache".

Ungewöhnlich waren in letzter Zeit auch verschiedene Service-Probleme bei der Firma, die sich auf seinen Perfektionsdrang viel zugute hält. Nach der Einführung der 3G-Version des Smarthandys iPhone hatten viele Kunden Probleme mit dem Freischalten und Apples gebührenpflichtiger E-Mail-Dienst MobileMe, der .Mac ablöst, verärgert Kunden, weil er gelegentlich nicht verfügbar ist.

Vor diesem negativen Hintergrund ignorierten Beobachter die Rekordergebnisse im dritten Geschäftsquartal von Apple und konzentrierten sich stattdessen auf die Aussagen von Oppenheimer und Chief Operating Officer Tim Cook in einer Telefonkonferenz nach der Veröffentlichung. Apples Gewinnprognose für das laufende Quartal von einem Dollar pro Aktie lag unter den Erwartungen von Wall Street. Oppenheimer warnte, dass Sonderangebote für Schüler und Studenten die Gewinnmarge drücken würden. Cook deutete hohe Investitionen an, "über die ich noch nichts sagen kann". Analysten schlossen daraus, dass Apple entgegen der Tradition versuchen will, mit billigeren Angeboten mehr Marktanteile bei Computern zu gewinnen.

Der Konzern lieferte in seinem dritten Quartal die Rekordzahl von fast 2,5 Mill. Macintosh-Computern aus - also 41 Prozent mehr als im Vorjahr. Apples Computergeschäft wächst damit weiter deutlich schneller als der Gesamtmarkt, der global um zwölf bis 16 Prozent zulegte. Experten vermuten, dass Apple angesichts der Schwächen von Microsofts Windows Vista versuchen will, ihren Marktanteil bei Computern deutlich auszuweiten und bereit ist, dafür Gewinne zu opfern. Die Rohgewinnmarge fiel gegenüber dem Vorjahr schon von 36,9 auf 34,8 Prozent und soll laut Oppenheimer im laufenden Quartal auf 31,5 Prozent sinken.

Während der Absatz von iPod-Musikspeichern um 12 Prozent auf elf Millionen weiter kräftig wuchs, verkaufte der Konzern lediglich 717 000 iPhones, das im Quartal allerdings ein Auslaufmodell war. Apple verkaufte eine Million des neuen 3G iPhones am ersten Wochenende nach der Einführung.

Im abgelaufenen Quartal buchte Apple Erlöse von 7,46 Mrd. Dollar, gegenüber 5,41 Mrd. im Vorjahr. Der Reingewinn nahm von 818 Mill. auf 1,07 Mrd. Dollar oder 1,19 Dollar pro Aktie zu. Analysten hatten im Schnitt mit 7,37 Mrd. Dollar Umsatz und 1,08 Dollar pro Aktie Reingewinn gerechnet. Für das laufende Quartal rechnet Apple mit 7,8 Mrd. Dollar Umsatz.

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