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Soziale Netzwerke: Myspace entlässt 500 Mitarbeiter

Mike Jones, Chef vom Myspace, will das Unternehmen so fit für ein neues Wachstum machen. Beobachter erwarten jedoch, dass die Muttergesellschaft News Corp. die seit Jahren schrumpfende Internet-Plattform verkaufen will. Viel Zukunft schein Myspace nicht zu haben.

Myspace schließt zahlreiche Auslandsniederlassungen. Quelle: dpa
Myspace schließt zahlreiche Auslandsniederlassungen. Quelle: dpa

SAN FRANCISCO . Das soziale Netzwerk Myspace entlässt rund die Hälfte seiner Mitarbeiter. Zugleich werden die Auslandsniederlassungen, darunter jene in Deutschland, geschlossen. Insgesamt rund 500 Mitarbeiter müssen gehen. Myspace-Chef Mike Jones sagte, er wolle das Unternehmen so aus alten Strukturen befreien und fit machen für neues Wachstum. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass das abgespeckte Unternehmen verkauft werden soll. Die Muttergesellschaft News Corp hatte wiederholt ihre Unzufriedenheit mit Myspace ausgedrückt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg soll das Netzwerk aus Kalifornien allein im ersten Halbjahr 2010 gut 100 Millionen Dollar Verlust gemacht haben. Als vage Kaufinteressenten werden unter anderem Yahoo oder Google genannt.

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Die Konkurrenz von Facebook war zu stark. Myspace, dem einst größten sozialen Netzwerk der Welt, rennen seit Jahren die Mitglieder davon. Zuletzt waren es noch rund 100 Millionen, Facebook hat dagegen bereits über eine halbe Milliarde.

Auf sozialen Netzwerken im Internet legen die Mitglieder eigene Profile an, in denen sie sich und ihre Vorlieben vorstellen. Dann kommunizieren sie mit anderen Nutzern des Dienstes, tauschen Bilder, Informationen oder Links aus. Myspace ist vor allem in der Musikszene beliebt. Die Nutzer haben im Vergleich zu den Mitgliedern von Facebook oft buntere und schrillere Profilseiten.

2005 hatte der Medienunternehmer Rupert Murdoch Myspace für 580 Millionen Dollar gekauft und wenig später einen aufsehenerregenden Werbevertrag mit Google abgeschlossen, der auf drei Jahre verteilt eine Garantiesumme von 900 Millionen Dollar einbrachte.

Mit dem schnellen Aufstieg Facebooks schwand aber die Bedeutung von Myspace im Werbemarkt. Der Vertrag mit Google wurde zwar 2010 erneuert, aber, wie Google betonte, er habe mit dem "ursprünglichen Vertrag nichts mehr zu tun". Statt Garantieleistungen gibt es jetzt nur noch Bezahlung nach Erfolg. Myspace-Chef Jones will den Dienst vom sozialen Netzwerk zur Entertainmentplattform umbauen, um der Konkurrenz von Facebook auszuweichen.

Die Situation ist schwierig. Ähnlich wie bei Suchmaschinen hat bei sozialen Netzwerken neben dem Marktführer kaum ein zweiter großer Spieler Platz. Die jüngste spektakuläre Pleite war das Social Network Bebo. Das Online-Portal AOL hatte es in einer Art Panikreaktion für 850 Millionen Dollar gekauft, um im Bereich der sozialen Netzwerke dabei zu sein. 2010 musste das Unternehmen es für zehn Millionen Dollar verkaufen. Vor diesem Hintergrund werden auch Verkaufsgerüchte in US-Medien im Markt mit Vorsicht gehandelt.

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