Soziale Netzwerke
Pinterest tritt aus dem Schatten von Instagram und Co

Im Vergleich zu Facebook oder Instagram ist Pinterest noch ein Zwerg: Doch die digitale Pinnwand wächst – und legt in Deutschland besonders kräftig zu. In einigen Bereichen überflügelt Pinterest selbst Branchengrößen.
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KölnÄltere Zeitgenossen mögen sich noch erinnern: Früher heftete man Fotos oder aus Zeitschriften ausgerissene Bilder an eine Pinnwand. Heute ist auch das längst digitalisiert: Die private Pinnwand ist öffentlich, das US-Unternehmen Pinterest hat sie ins Netz gebracht.

2010 ging die Plattform online, gegründet von Paul Sciarra und Ben Silbermann. Letzter beschreibt seine Motivation hinter der Gründung auf der Plattform „Crunchbase“: Aufgewachsen in Iowa, habe er viel Zeit damit verbracht, Käfer zu sammeln. Heute helfe er Millionen von Menschen die Dinge, die sie lieben, zu entdecken und zu sammeln. Seine Sammel-Leidenschaft hat Silbermann weit gebracht: Wie das Unternehmen dem Handelsblatt am Donnerstag vorab bekannt gab, heften weltweit mittlerweile rund 200 Millionen Menschen pro Monat Inspirierendes und Liebenswertes an ihre virtuelle Pinnwand.

Das entspricht einem Anstieg von fast 40 Prozent innerhalb eines Jahres. Für Deutschland weist die Pinnwand-App gesonderte Zahlen aus: Mit 73 Prozent ist es einer der am schnellsten wachsenden Märkte für Pinterest. Fast 50 Prozent der Nutzer hat die Plattform außerhalb der USA. Zudem wird sie auch bei Männern immer beliebter: Die Anmeldungen männlicher Nutzer wuchsen dreimal schneller als die weiblicher Nutzer.

Allein in Deutschland stellten die Nutzer täglich 3,2 Millionen Ideen und Notizen bei Pinterest ein – ein Anstieg von 45 Prozent innerhalb von 12 Monaten. Auch für viele Firmen ist die Plattform interessant – besonders Lifestyle-Unternehmen betreiben Profile auf der Plattform.

Im Rahmen der Werbe- und Marketingmesse Dmexco in Köln verkündet Pinterest nun auch den Start einer Testphase für Pinnwand-Ordner, nach Unternehmensangaben die meist gewünschte Funktion der Nutzer.

Auf die Nutzer zu hören, zahlt sich offenbar aus: Laut Branchenplattform „Recode“ könnte Pinterest in diesem Jahr mehr als 500 Millionen Dollar Umsatz machen. Zudem denkt das Unternehmen über einen Börsengang nach – und könnte „Recode“ zufolge 11 Milliarden Dollar schwer sein. Ein offizieller Zeitpunkt für den Börsengang ist allerdings nicht bekannt.

Verglichen zu anderen Plattformen wie Facebook, Instagram und Snapchat ist Pinterest mit seinen 200 Millionen Nutzern allerdings noch ein Zwerg: Facebook kommt auf über zwei Milliarden Nutzer, Snpachat immerhin auf 255 Millionen.

Aber an anderer Stelle liegt die digitale Pinnwand vorne: Laut Statcount kommt Pinterest bei den Marktanteilen von Social Media Seiten nach Seitenabrufen weltweit im Juni 2017 mit rund 5,8 Prozent auf Platz zwei. Hinter Facebook mit über 80 Prozent, aber vor Twitter mit 4,4 und Youtube mit 1,6 Prozent.

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