Soziale Netzwerke
Twitter und Skype wechseln ihre Chefs aus

Gleich zwei Internet-Unternehmen haben sich neue Chefs an die Spitze geholt. Überraschend ist beim sozialen Nachrichtendienst Twitter nach nur zwei Jahren Mitbegründer Evan Williams abgetreten. Auch der Internettelefonie-Spezialist Skype setzt auch auf eine neue Führungskraft.
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HB SAN FRANCISCO. Das soziale Netzwerk Twitter hat einen neuen Chef: Nach nur zwei Jahren an der Spitze des Microblogging-Dienstes tritt Mitbegründer Evan Williams überraschend zurück. Der erst vor einem Jahr als leitender Geschäftsführer angestellte Dick Costolo übernimmt die Unternehmensleitung. In einem gemeinsamen Interview sagten beide, Twitter sei an einem kritischen Punkt angelangt, an dem andere Führungsqualitäten gefragt seien.

Der 38-jährige Williams werde dem Unternehmen erhalten bleiben, sich aber auf Produktentwicklung konzentrieren. Gerüchte, wonach der Wechsel in der Chefetage auf einen baldigen Börsengang hindeute, dementierten sie jedoch. Das sei kein Thema, sagte der 47-jährige Costolo. Ein IPO stünde nicht auf der Agenda. Als Williams 2008 CEO wurde, hatte Twitter drei Millionen angemeldete Benutzer. Derzeit sind es 160 Millionen.

Da ist Skype schon weiter. Der Internettelefonie-Spezialist Skype hat sich zum anstehenden Börsengang einen erfahrenen Manager an die Spitze geholt. Der neue Chef Tony Bates führte zuletzt die Unternehmenssparte beim Netzwerk-Ausrüster Cisco. Sein Vorgänger Josh Silverman werde die Firma verlassen, teilte Skype am Montagabend mit. Die Berufung des Skype-Managers ist umso interessanter, da es vor einigen Wochen Spekulationen gab, Cisco könnte Skype kaufen und damit den Börsengang platzen lassen.

Skype bietet Sprach- und Videotelefonie über das Internet an. Cisco engagiert sich im Geschäft bei Videokonferenz-Diensten für Unternehmen. Das Hauptgeschäft des Konzerns sind aber Netzwerk-Geräte wie Router und Switches, über die ein großer Teil des weltweiten Datenverkehrs läuft. Skype hatte den Börsengang im August angekündigt.

Derzeit gehört die Firma mit mehr als 560 Millionen registrierten Nutzern mehrheitlich einer Investorengruppe um den Internetpionier und Netscape-Gründer Marc Andreessen. Das Auktionshaus Ebay hatte Skype 2005 für 2,6 Milliarden Dollar von den Gründern übernommen und sich 2009 für 1,9 Milliarden Dollar wieder mehrheitlich von dem Unternehmen getrennt.

Ein Merkmal des Dienstes ist, dass Skype-Nutzer untereinander kostenlos kommunizieren können. Geld wird nur für zusätzliche Dienstleistungen oder Unternehmensangebote fällig. Entsprechend halten sich die Gewinne von Skype bisher in Grenzen. Im ersten Halbjahr verbesserte sich der Umsatz zwar um 25 Prozent auf 406 Millionen Dollar. Der Gewinn lag aber unterm Strich bei lediglich 13 Millionen Dollar.

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