Soziales Netzwerk Badoo
Nachtclub statt Klassentreffen

Im Windschatten von Facebook und Twitter wächst ein Soziales Netzwerk rasant: Badoo. Die Plattform will Leute zusammenbringen, die sich noch nicht kennen – vor allem für Flirts. Das rentiert sich offenbar.
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DüsseldorfWenn Facebook eine Mischung aus Klassentreffen, Kantinenschnack und Familienfeier ist, dann ist Badoo ein Nachtclub. Das rasant wachsende Online-Netzwerk, das in Deutschland trotz beachtlicher Mitgliedszahlen von der Allgemeinheit noch wenig wahrgenommen wird, will nicht alte Schulkameraden, Kollegen und Freunde vernetzen, sondern Leute, die sich noch nicht kennen. Meist für einen Flirt. Oder einen One-Night-Stand.

Das lohnt sich für das sechs Jahre alte Unternehmen: Anders als Facebook scheut es sich nicht, die Nutzer zur Kasse zu bitten – mit diesem Geschäftsmodell schreibt Badoo seit zwei Jahren schwarze Zahlen.

Groß geworden ist das Netzwerk in Südeuropa und Lateinamerika, inzwischen kommen die mehr als 160 Millionen registrierten Mitglieder aus aller Welt. Im März startete es eine Werbekampagne auf dem lukrativen US-Markt. Und auch ohne viel Marketing erreicht die Plattform in Deutschland mittlerweile 2,7 Millionen Menschen.

Ein Facebook-Konkurrent soll Badoo ausdrücklich nicht sein – auch wenn es bei der Gründung 2006 zunächst als solcher antrat. „Wir sind eine Ergänzung“, sagt Manager Jeff Hardy im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Es gibt viele Leute, die man nicht kennt, die aber die gleichen Interessen haben. Badoo ist die optimale Umgebung, um jemanden zu treffen – wie eine Party.“ Mit den Smartphone-Apps gehe das auch direkt in einer Disco oder bei einem Festival.

Nun gibt es vielleicht Leute, die sich im Club zum Museumsbesuch oder zum Joggen verabreden. Aber die sind in der Minderheit. Auch bei Badoo. Viele Nutzer zeigen mit offenherzigen Fotos, dass sie auf der Suche nach einem Partner oder einer Partnerin sind – für was auch immer. Das Vergleichsportal online-partnersuche.de spricht von einer „Flirt- und Chat-Plattform für ein jüngeres Publikum“.

Darauf will Hardy, der für besondere Projekte zuständig ist, das Unternehmen nicht beschränkt sehen. Man könne sich auch zu gemeinsamen Reisen oder einem Kinobesuch verabreden – dafür hat Badoo die imageförderliche Funktion „Interessen“ eingeführt. Aber: „Dating gehört dazu.“

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Nachtclub statt Klassentreffen

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Das lukrative Geschäft mit der Liebe

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