Soziales Netzwerk
Facebook bestellt mit Sheryl Sandberg erstmals eine Frau in den Verwaltungsrat

Die Kritik am „Club der weißen Männer“ scheint gewirkt zu haben. Facebook-Chef Mark Zuckerberg holt Geschäftsführerin Sheryl Sandberg in den Verwaltungsrat. Doch an Frauen mangelt es im Silicon Valley auch danach noch.
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New YorkDie Nummer zwei bei Facebook, Sheryl Sandberg, baut ihre Macht im Sozialen Netzwerk aus. Die fürs Tagesgeschäft zuständige Managerin und rechte Hand von Firmenchef Mark Zuckerberg ist nun auch in den Verwaltungsrat eingezogen. Dies ist das höchste Firmengremium.

„Sheryl hat mir als ein Partner bei der Führung von Facebook zur Seite gestanden“, begründete Zuckerberg am Montag die Berufung. „Sie ist für unser Wachstum und unseren Erfolg über die Jahre hinweg zentral gewesen.“ Ihre Erfahrung habe sie zu einer natürlichen Kandidatin für den Verwaltungsrat gemacht.

Sandberg ist die erste Frau in dem nun auf acht Köpfe anwachsenden Gremium. Die meisten anderen Mitglieder sind Investoren, die mit ihren Millionen den steilen Aufstieg von Facebook zum weltgrößten sozialen Online-Netzwerk ermöglicht haben. Vorsitzender des Verwaltungsrats ist Gründer und Firmenchef Zuckerberg.

Facebook musste sich angesichts des bislang rein männlich besetzten Spitzengremiums in letzter Zeit immer lautere Kritik anhören - zumal mit Sandberg eine der bekanntesten Managerinnen überhaupt bei dem Unternehmen arbeitet. Sie sitzt bereits in mehreren anderen Verwaltungsräten, unter anderem beim weltgrößten Medienkonzern Walt Disney.

Allgemein dürften Frauen im Silicon Valley von der Nachricht erfreut sein. Die Tech-Branche in den USA muss sich immer wieder Frauenfeindlichkeit vorwerfen lassen. Zahlen der Headhunter-Firma Stuart Spencer zeigen, dass gerade Mal neun Prozent der Verwaltungsratssitze im Silicon Valley von Frauen besetzt sind. Auf alle Branchen gesehen sind es fast doppelt so viel.

Sandberg, bereits vorher eine der mächtigsten Frauen im Silicon Valley, hatte sich immer wieder öffentlich für mehr Frauen im Management eingesetzt. Kürzlich machte sie Schlagzeilen, weil sie in einem Interview sagte, dass sie das Büro jeden Tag um halb sechs verlasse, um Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Bis vor kurzem habe sie sich nicht getraut, dazu zu stehen, sagte die Managerin.

Sheryl Sandberg, geboren als Tochter einer jüdischen Familie in Washington D.C., stieß 2008 zu Facebook, nachdem Mark Zuckerberg sie der Legende nach an einer Weihnachtsparty im Silicon Valley überzeugt hatte, vom Tech-Riesen Google zum damals noch winzigen sozialen Netzwerk zu wechseln.

Zusammen hat das Spitzen-Duo Facebook nach 2008 innert kurzer Zeit zu einem profitablen Unternehmen mit fast einer Milliarde Nutzer gemacht. Das Geld floss vor allem dank Sandberg. Zuckerberg sagte in einem Interview mit dem Magazin „New Yorker“, Sandberg mache „die Dinge, die ich nicht machen will“. Nebst Personalentscheidungen und Führung gehört dazu die für Facebook so wichtige Werbung.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist

Kommentare zu " Soziales Netzwerk: Facebook bestellt mit Sheryl Sandberg erstmals eine Frau in den Verwaltungsrat"

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  • "Doch an Frauen mangelt es im Silicon Valley auch danach noch."

    Im Silicon Valley ist die Frauenquote zwar noch nicht erfüllt; die Idiotenquote hingegen ist bereits übererfüllt. Congrats!

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