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Soziales Netzwerk: Facebook-Nutzer verlieren Stimmrecht

Weil sich an einer neuen Abstimmung beim Online-Netzwerk nur ein Bruchteil der Nutzer beteiligte, kann Facebook das Mitspracherecht nun vollends abschaffen - und Regeländerungen künftig noch leichter durchsetzen.

Mitreden bei Facebook? In Zukunft wohl kaum noch möglich. Quelle: AFP
Mitreden bei Facebook? In Zukunft wohl kaum noch möglich. Quelle: AFP

BerlinDie Facebook-Nutzer werden ihr Mitsprache-Recht bei Regel-Änderungen im weltgrößten Online-Netzwerk verlieren. Facebook kann das bisherige Abstimmungsverfahren wie geplant abschaffen. An der wohl letzten Nutzer-Abstimmung nahmen viel zu wenige Mitglieder teil, um Einfluss zu nehmen.

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Binnen einer Woche beteiligten sich bis Montagabend 668.872 Mitglieder an der Abstimmung. Das entsprach einem Anteil von weniger als 0,07 Prozent der Facebook-Nutzer. Damit das Ergebnis einer Abstimmung für das Netzwerk bindend ist, wäre eine Beteiligung von mindestens 30 Prozent erforderlich. Das wären aktuell rund 300 Millionen Mitglieder. An der vergangenen Abstimmung im Juni hatten nur 0,04 Prozent der Nutzer teilgenommen. Facebook beschloss daraufhin, die Abstimmungen abzuschaffen. Stattdessen soll es zusätzliche Möglichkeiten geben, den Verantwortlichen für Datenschutz Fragen zu stellen.

Facebook und WhatsApp

In der aktuellen Abstimmung sprach sich mit mehr als 589.000 Teilnehmern eine klare Mehrheit von fast 90 Prozent gegen die vorgeschlagenen Regel-Änderungen aus. Das ist jetzt jedoch bedeutungslos. Facebook kann die neuen Regeln einfach in Kraft setzen. So lief es auch im Juni.

Das Online-Netzwerk, das oft von Datenschützern kritisiert wird, hatte die Abstimmungen immer wieder als einzigartiges Beispiel für Demokratie im Verhältnis zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden hervorgehoben. Das Verfahren war 2009 eingeführt worden, als Facebook noch rund 200 Millionen Nutzer hatte. Kritiker hielten Facebook vor, die Abstimmungen seien angesichts der unrealistisch hohen 30-Prozent-Hürde eine Farce gewesen. Facebook hatte diesmal jeden Nutzer per E-Mail auf die Möglichkeit zur Meinungsäußerung hingewiesen.

 

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