Soziales Netzwerk Facebook verpasst sich ein neues Aussehen

Grundlegende Änderungen im Facebook-Kosmos: Der Newsfeed, das Gesicht des Netzwerks, ist neugestaltet worden. Gründer Zuckerberg stellte das neue Design in der Firmenzentrale vor. Bilder stehen von nun an im Mittelpunkt.
Update: 08.03.2013 - 08:15 Uhr 3 Kommentare
Mark Zuckerberg stellt in der Facebook-Zentrale den neuen Look von Facebook vor. Quelle: AP/dpa

Mark Zuckerberg stellt in der Facebook-Zentrale den neuen Look von Facebook vor.

(Foto: AP/dpa)

Menlo ParkFacebook baut die Anzeige von Neuigkeiten für seine Nutzer um. Fotos und Videos bekommen mehr Platz, man kann sich jetzt auch auf einzelne Themenbereiche wie Musik oder Spiele konzentrieren. „Wir werden jedem die beste personalisierte Zeitung der Welt bieten“, kündigte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg am Donnerstag an. Der sogenannte Newsfeed mit den Neuigkeiten von Freunden und abonnierten Quellen ist die zentrale Ansicht des Dienstes für die mehr als eine Milliarde Facebook-Nutzer.

Das neue Design ist stark an die aktuellen Apps für Smartphones und Tablets angelehnt, künftig soll Facebook auf allen möglichen Geräten gleich aussehen. Die Nutzer bekommen mehr Möglichkeiten, die Informationen zu filtern. Man kann sich zum Beispiel mit wenigen Klicks alle Nachrichten aller Bekannten anzeigen lassen, oder nur die von besonders engen Freunden, oder nur aktuelle Fotos, oder auch nur Neuigkeiten zu bestimmten Themen wie Musik, Spiele, Sport oder Kino. Viele Facebook-Nutzer beschwerten sich inzwischen über eine Informations-Überflutung, gegen sie jetzt besser ankämpfen können.

So sieht der neue Facebook-Newsfeed aus
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In der Firmenzentrale von Facebook in Menlo Park präsentierte Mark Zuckerberg die Neuerungen in seinem Netzwerk. Bilder stehen von nun an stärker im Mittelpunkt und Nutzer können ihren Nachrichtenstrom, den sogenannten Newsfeed, stärker personalisieren.

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Das neue Design ist stark an die aktuellen Apps für Smartphones und Tablets angelehnt, künftig soll Facebook auf allen möglichen Geräten gleich aussehen.

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Das Unternehmen startet eine Art Kampagne, mit der Nutzern die Änderungen erklärt werden.

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Klarere Formen: Die neue Gestaltung setzt ähnlich wie der abgeschlagene Konkurrent myspace auf großflächige Bilder. Die Nutzer bekommen auch mehr Möglichkeiten, die Informationen zu filtern. Man kann sich zum Beispiel mit wenigen Handgriffen alle Nachrichten aller Bekannten anzeigen lassen, oder nur die von besonders engen Freunden, oder auch nur Neuigkeiten zu bestimmten Themen wie Musik, Spiele, Sport oder Kino.

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Diese persönlichen Einstellungen sollen sich, heißt es laut Gründer Zuckerberg, besonders leicht an der Seite der Nachrichtenanzeige einstellen lassen.

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Bei der Vorstellung trug Zuckerberg auch das alte Credo vor: Er wolle die Welt offener gestalten und die Menschen verbinden. Ähnlich großspurig kündigte er an, Facebook werde durch die Änderungen, „die beste personalisierte Zeitung der Welt".

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Ende Januar hatte Zuckerberg die „graph search“ vorgestellt. Ausgehend von einem Ort sollen so Freunde gefunden werden.

Der Nachrichtenstrom soll stärker auf die Interessen eines Nutzers und seiner Freunde zugeschnitten werden, betonte Chefdesignerin Julie Zhuo. Im Musikbereich finden sich zum Beispiel Informationen über die Lieblingsmusiker eines Nutzers sowie die Bands, die seine Facebook-Freunde mögen. „Wir sind ein Container für die Inhalte der Nutzer“, sagte Software-Entwickler Chris Struhar. Deshalb müsse Facebook dafür sorgen, dass die Mitglieder den größten Nutzen von den Informationen bekommen.

Die neue Ansicht soll schrittweise weltweit eingeführt werden. Unter der Adresse http://www.facebook.com/about/newsfeed kann man sich das neue Design ansehen und sich auf eine Warteliste setzen lassen.

Zuckerberg hatte bereits im Januar angekündigt, der Newsfeed soll stärker auf Fotos, Videos und relevante Werbung zugeschnitten werden. Facebook versucht einen schwierigen Spagat: Das Unternehmen muss Geld mit Werbung verdienen, kann es sich aber auch nicht leisten, seine Nutzer zu verärgern. Auslöser für den Umbau des Newsfeeds ist letztlich das Abwandern der Facebook-Mitglieder auf Smartphones und Tablets. Auf dem großen Computer-Display ist es kein Problem, irgendwo am Rand Werbung einzublenden, ohne dass die Nutzer sich davon gestört fühlen.

Auf den kleineren Bildschirmen der mobilen Geräte müssen die Anzeigen aber direkt in den Nachrichtenstrom integriert werden. Dazu gehören zum Beispiel auch bezahlte Facebook-Einträge. Facebook verkündete bereits, dass Nutzer solche Werbung häufiger anklicken. Deshalb tauchte sie bereits auch in der Desktop-Version auf und dürfte nun mit der Angleichung des Designs überall oft vorkommen. Im vergangenen Jahr stieg der Anteil der Werbung auf mobilen Geräten an Facebooks Erlösen auf knapp ein Viertel. Mit dem neuen Newsfeed-Design schafft das Netzwerk die Voraussetzung für größere Anzeigen und kann sie in Themenbereichen auch gezielter unterbringen.

Die Facebook-Aktie, die vor allem wegen Sorgen um die Werbeeinnahmen auf Smartphones und Tablets stark unter Druck geraten war, beendete den Handel nach der Präsentation mit einem Plus von gut vier Prozent auf 28,58 Dollar. Sie liegt damit zwar weiterhin deutlich unter dem Ausgabepreis von 38 Dollar im vergangenen Mai, konnte sich aber auch von den Tiefständen unter 20 Dollar lösen.


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3 Kommentare zu "Soziales Netzwerk: Facebook verpasst sich ein neues Aussehen"

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  • Mir macht dabei der Gedanke das viele wie die Schafe auf einer abgegrasten Wiese einem dummen Hirten hinterher rennen, mehr Sorgen. Bei Schafen könnte man es ja verstehen ...
    Die Wolle hat allerdings wenigstens einen Mehrwert.
    FB ist das beste Beispiel für eine Wirtschaft, die davon lebt das jeden Tag ein Dummer aufsteht, und man nur diesen einfangen muß. Das ist Evolution der feinsten Art :)

  • Es gibt keine thematische Niederung in die das Handelsblatt nicht herniedersteigt.

    Jetzt auch noch arsebook.

    Der Zufluchtsort für diejenigen die mit dem zivilisatorischen Fortschritt der letzen dreitausend Jahre nicht zurande kommen indem es die Welt in ein neolithisches Dorf zurückverwandelt, in dem jeder jedem in die Schlafstube guckt.

  • Facebook verpasst auch zugleich auch neue Nutzungsbedingungen.
    Aber darüber muß man ja nicht gleich schreiben: stimmt.
    Tut ja auch keiner.

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