Facebook

Analysten rechnen nicht damit, dass das hohe Wachstum des sozialen Netzwerks künftig nachlässt.

(Foto: AFP)

Soziales Netzwerk Nutzer verbringen weniger Zeit auf Facebook – Zuckerberg nimmt's gelassen

Facebooks Nutzer verbringen weniger Zeit auf der Plattform, doch die Erlöse des Konzerns übertreffen die Erwartungen der Wall Street erneut. Ein Ende des Booms? Nicht in Sicht.
Update: 01.02.2018 - 09:36 Uhr Kommentieren

San FranciscoDer Schreck währte nicht lang. Gerade mal ein paar Stunden lang gab der Kurs von Facebook am Mittwoch nach und sank nachbörslich um bis zu fünf Prozent. Die Anleger hatten gezuckt, als Mark Zuckerberg anlässlich der neuen Konzernergebnisse erklärte, die Mitglieder hätten fünf Prozent weniger Zeit auf der Plattform verbracht. Doch schon kurze Zeit später notierte der Kurs mit 1,3 Prozent wieder im Plus.

Der Boom von Facebook scheint unaufhaltsam. Die heftigen Debatten um Facebooks Verantwortung für Fake News, Propaganda, die Diskussionen um das Suchtpotential sozialer Medien oder der seit Monaten herbeigeredete Untergang – all das schadet der Firma bislang kaum.

Im Gegenteil. Facebooks Kurs kletterte innerhalb der letzten zwölf Monate um 43 Prozent, die Einkünfte wachsen wie eh und je. Das hat vier wichtige Gründe.

1. Facebook reagiert geschickt auf die Kritik

Zuckerberg weiß, dass er unter Beobachtung steht und leistet öffentlich Abbitte. Er werde alles tun, um Facebook zu „reparieren“, erklärt der Manager seit Anfang des Jahres immer wieder. Nun will er unter Beweis stellen, wie „ernst“ es ihm damit ist.

Facebook habe den Fans vergangenes Quartal weniger virale Werbung als bisher gezeigt, sagt Zuckerberg im Investorengespräch anlässlich der Quartalszahlen. Nutzer hätten 50 Millionen Stunden weniger auf der Plattform verbracht, was einem Rückgang von fünf Prozent oder etwa zwei Minuten pro Tag pro Nutzer entspricht. Aber das sei nicht entscheidend, beteuert der Manager. Seine Firma wolle die Welt verbessern, Beziehungen stärken, selbst wenn die Profite irgendwann darunter leiden.

2. Das Geschäft wächst

Doch davon kann keine Rede sein. Erneut übertrafen die Einnahmen aus dem vergangenen Quartal die Erwartungen der Wall Street. Facebooks Umsätze stiegen um 47 Prozent auf 12,97 Milliarden Dollar, Thomson Reuters hatte zuvor eine Summe in Höhe von 12,55 Milliarden Dollar prognostiziert.

Facebooks Gewinn betrug 4,3 Milliarden Dollar oder 1,44 Dollar pro Aktie und wuchs damit um 20 Prozent. Zuzüglich jener Finanzmittel, die das Unternehmen der jüngsten US-Steuerreform wegen hatte zurücklegen müssen, wären es sogar 2,21 Dollar pro Aktie gewesen, teilte Facebook mit.

3. Die Reichweite steigt

Facebook strömten auch im jüngsten Quartal neue Mitglieder zu. Die Zahl der monatlichen Nutzer wuchs im Jahresvergleich um 14 Prozent auf inzwischen 2,13 Milliarden. Einzig in den USA und Kanada, wo das Unternehmen den Markt mit sozialen Netzwerken schon erobert hat, zeigte sich ein leichter Knick. Hier verlor Facebook etwa 700.000 Mitglieder. Facebooks Finanzchef Dave Wehner hält diese Entwicklung jedoch nicht für einen „anhaltenden Trend“.

4. Mobile Dominanz

Selbst wenn die Euphorie der Fans hier und da nachlässt, kompensiert Facebook dies jedoch allzu leicht, indem es aus jedem bereits vorhandenen Nutzer einfach mehr Profit herauspresst. Der durchschnittliche Preis, den Facebook pro Anzeige verlangt, stieg durchschnittlich um 43 Prozent.

Überhaupt dominiert Facebook den Werbemarkt immer stärker, besonders im mobilen Zukunftsmarkt. Hier wuchs Facebooks Anzeigenvolumen vergangenes Quartal um 84 Prozent, auch dank neuer Erlösquellen durch Instagram und WhatsApp, das inzwischen 1,3 Milliarden Nutzer hat. Die Analysten rechnen nicht damit, dass das hohe Wachstum künftig nachlässt.

Facebook werde sich dieses Jahr 24,4 Prozent des 180,59 Milliarden Dollar großen Marktes mit mobiler Werbung sichern, schätzen Experten des Marktforschers E-Marketer. Es rangiert damit inzwischen direkt hinter Google, das auf 33,9 Prozent kommt. Auch bei den gesamten digitalen Werbeerlösen liegt Facebook mit einem Marktanteil von 18,4 Prozent direkt hinter der Alphabet-Tochter, bei der es 31,3 Prozent sind.

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