Soziales Netzwerk
Steht Instagram auf Nordkoreas schwarzer Liste?

Nutzer der Foto-App Instagram bekommen in Nordkorea auf ihren Handys neuerdings keine Fotos, sondern geheimnisvolle Warnungen zu sehen. Was steckt dahinter? – Ein Hackerangriff, die Regierung oder einfach ein Scherz?
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PjöngjangWer in diesen Tagen in Nordkorea mit seinem Smartphone fotografiert, sollte sich nicht auf Instagram verlassen. Die Bild- und Video-App ist über manche Mobiltelefone zwar noch zu erreichen, doch für viele Nutzer, die versuchen, Fotos zu posten, wird der Zugang unterbrochen. Stattdessen erscheint die Warnung, Instagram stehe wegen schädlicher Inhalte auf einer Schwarzen Liste. Die gleiche Warnung erscheint, wenn man auf seinem Laptop oder Bürocomputer Internetseiten aufruft, die auf Instagram verlinken.

Seit mindestens fünf Tagen läuft die Blockade, der Grund dafür scheint rätselhaft. Instagram hüllt sich auf Anfragen der Nachrichtenagentur AP in Schweigen. Technische Mitarbeiter bei Nordkoreas Mobilfunkbetreiber Koryolink versichern, sie wüssten nicht, dass die Foto-App auf irgendeiner Schwarzen Liste gelandet sei. Eine offizielle Information der Regierung gibt es auch nicht. Immerhin funktioniert der Dienst der Istagram-Mutter Facebook und auch Twitter und andere soziale Netzwerke sind zugänglich.

Unklar ist auch, wie viele Nutzer von der Sperre des Fotodienstes in Nordkorea betroffen sind, ob es sich um einen Hackerangriff handelt oder ob sie etwas mit dem Brand des Luxushotels Koryo in Pjöngjang zu tun hat. Die bei Touristen und Ausländern beliebte Nobelherberge hatte am 11. Juni gebrannt. Die streng zensierten Nachrichten Nordkoreas haben bis heute kein Wort darüber verloren, doch Fotos des Feuers gelangen trotzdem ins Ausland. Dort gab es zahlreiche Medienberichte.

Für nahezu alle Bewohner des kommunistisch regierten Landes sind Internet oder soziale Medien tabu - der Zugang ist gesperrt. Zwar besitzen schätzungsweise zwei Millionen der rund 25 Millionen Nordkoreaner ein Mobiltelefon - allerdings nur zum Telefonieren. Ins Internet kommen sie damit nicht. Ausländern dagegen hat die Führung des Landes 2013 erlaubt, auf ihren Geräten den 3G-Mobilfunkstandard zu nutzen. Sie müssen dazu nur eine SIM-Karte von Koryolink kaufen.

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