Soziales Netzwerk
Twitter stürzt ab

Drei Monate lang herrschte Hoffnung bei Twitter: Die Zahl der Nutzer stieg, die lange gebeutelte Aktie erholte sich, und Präsident Trump brachte dem Dienst enorme Aufmerksamkeit. Doch nun folgt der erneute Nackenschlag.
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DüsseldorfUS-Präsident Donald Trump war für viele Amerikaner ein Hoffnungsträger: Einer, der im Washingtoner Establishment einmal kräftig aufräumen würde. Einer, der Amerika wieder groß machen kann. Sein Nutzerverhalten der sozialen Netzwerke dürfte hingegen einem Unternehmen Hoffnung gemacht haben: Twitter. Denn wenn immer der Präsident der Weltmacht etwas zu sagen hat, tut er das mit Vorliebe über den Kurznachrichtendienst. Und für den schien Trump, ungeachtet des Inhalts der präsidialen Ergüsse, ein Segen. Denn wen der Präsident twittert, klickt die Welt auf Retweet.

Lange Zeit war Twitter vor allem eins: das Sorgenkind unter den Technologiekonzernen. Obwohl das Unternehmen Verluste schrieb, startete Twitter im November 2013 hoffnungsvoll an der Börse . Lag der Ausgabepreis damals noch bei 26 Dollar, kletterte der Kurs am ersten Tag an der Wall Street zunächst um 80 Prozent, dann sogar um 93 Prozent auf rund 50 Dollar nach oben. Anfang 2014 erreichte das Papier sogar einen Höchststand von über 64 Dollar. Danach ging es bergab – bis auf ein Tief von unter fünfzehn Dollar.

Davon hat sich der Konzern bisher nicht erholt, obwohl es zwischenzeitlich schon wieder einmal in Richtung Ausgabepreis ging. Denn die Verluste sind immer noch da. Gegen Konkurrenten wie Facebook und Instagram sehen Twitters Nutzerzahlen klein aus und dann kam auch noch Snapchat als das neue Ding in der Welt der sozialen Netzwerke.

Nun ist eine weitere Hoffnung geplatzt. Das Nutzerwachstum ist im zweiten Quartal wieder deutlich abgeflaut – das kam an der Börse überhaupt nicht gut an. Verglichen mit dem Vorquartal stagnierte die Zahl der monatlich aktiven Nutzer bei 328 Millionen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten nach einem starken ersten Vierteljahr mit einem weiteren deutlichen Zuwachs gerechnet. Ein Trump-Effekt sieht anders aus.

Dabei waren die vergangenen Jahre bereits hart für Twitter: 2016 hatte es sogar Spekulationen über einen Verkauf gegeben. Ein potenzieller Interessent nach dem anderen, von Salesforce über Google bis Disney, sprang aber ab. Im Oktober vergangenen Jahres teilte Twitter mit etwa neun Prozent der weltweiten Belegschaft zu entlassen.

„Wir haben einen klaren Plan und wir nehmen die nötigen Veränderungen vor, um sicherzustellen, dass Twitter für langfristiges Wachstum aufgestellt ist“, versprach Gründer und Unternehmenschef Jack Dorsey damals und hielt an dem Ziel fest 2017 endlich profitabel zu werden. Die ersten Quartalszahlen für das laufende Jahr versprachen Hoffnung: Die Zahl der aktiven Nutzer war um 14 Prozent gestiegen, mehr als Analysten zu hoffen gewagt hatten.

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Facebook bleibt übermächtig

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