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30.05.2008 
Telekom-Spitzelaffäre

Späher sollen Bankdaten ausgeforscht haben

Die Spähaktionen bei der Telekom gingen offenbar weiter als bekannt. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft sollen nicht nur Telefonverbindungen, sondern auch Bankdaten von Journalisten und Aufsichtsräten ausgespäht worden sein. Nun schaltet sich auch die Bundesregierung ein.

In der Telekom-Affäre tauchen immer neue Erkenntnisse auf. Fotp: dpaLupe

In der Telekom-Affäre tauchen immer neue Erkenntnisse auf. Fotp: dpa

HB BONN/BERLIN. Die Spione der Telekom sollen nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" fast alles über verdächtige Journalisten und Aufsichtsräte gewusst haben. Nicht nur sollen mit einer speziellen Software Bewegungsprofile von einzelnen Personen erstellt worden sein. Über Handydaten habe man abgeglichen, wo diese sich aufgehalten hätten. Bislang war nur von der Auspähung von Verbindungsdaten die Rede.

Der Bonner Staatsanwalt Fred Apostel bestätigte, derartige Hinweise von einer Berliner Sicherheitsfirma bekommen zu haben. Diese würden jetzt geprüft. Für ein angebliches Ausspähen auch von Bankdaten, über das die "Süddeutsche Zeitung" berichtet hatte, habe er noch keine Unterlagen gesehen. Es gebe aber entsprechende Aussagen ""eines Geschäftsführers einer GmbH". Ein Telekom-Sprecher sagte, es gebe dazu und zu den angeblichen Bewegungsprofilen keinerlei Erkenntnisse im Konzern.

Am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft die Konzernzentrale der Deutschen Telekom in Bonn durchsucht. Dabei nahmen die Beamten unter anderen den Ex-Vorstandsvorsitzenden Kai Ricke-Uwe und den ehemaligen Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel ins Visier. Zumwinkel war bereits Anfang des Jahres wegen des Vorwurfs der Verwicklung in die Liechtenstein-Steueraffäre als Post-Vorstandschef zurückgetreten und räumte später auch seinen Posten als Telekom-Kontrolleur.

In der Öffentlichkeit beteuert Ricke, er habe von den Machenschaften der Sicherheitsleute des Unternehmens, die sich während Rickes Amtszeit abspielten, nichts gewusst - doch die Staatsanwaltschaft hat ihn dennoch im Verdacht. Ähnlich verhält es sich mit Zumwinkel.

Die Vertreter der Arbeitnehmer im Telekom-Aufsichtsrat kündigten in Berlin eine Strafanzeige gegen das Unternehmen und Unbekannt an. Im Kern geht es um den Verdacht, dass die Telekom auf der Suche nach undichten Stellen Kontakte von Managern und Aufsichtsräten zu Journalisten ausgespäht haben soll.

Offiziell geht es um den Vorwurf der missbräuchlichen Verwendung von Daten und der Verletzung des Post - und Fernmeldegeheimnisses. Nach Angaben des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, Verdi - Bundesvorstand Lothar Schröder, sind den Arbeitnehmervertretern die Bespitzelungs-Vorgänge erst seit wenigen Tagen bekannt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Suche nach der 359 000 Euro-Rechnung

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