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30.05.2008 

Die Spitzelaffäre beschäftigt nun auch die Bundesregierung. Innenminister Wolfgang Schäuble will in der kommenden Woche mit den Chefs deutscher Telekommunikationsunternehmen sprechen. Dabei gehe es um den verantwortungsvollen Umgang mit Daten, sagte eine Sprecherin seines Ministeriums. Für die Telekom wird nach Unternehmensangaben Vorstandschef René Obermann teilnehmen.

Das Treffen bei Innenminister Schäuble findet nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am Montag statt. "Uns geht es darum, die Bedeutung des Datenschutzes in Unternehmen zu stärken", wurde aus der Einladung des CDU-Politikers zitiert. Telekom-Sprecher Christian Schwolow sagte, dass Obermann das Unternehmen bei dem Treffen vertreten werde.

Gegen Obermann, der Ricke im November 2006 abgelöst hatte, wird nach Angaben von Behördensprecher Fred Apostel nicht ermittelt. Auch andere aktuelle Vorstandsmitglieder sind nicht Gegenstand der Ermittlungen. Dennoch gerät auch Obermann unter Druck - wegen des Umgangs mit der Affäre. Die Telekom soll seit 2007 von den früheren Bespitzelungen gewusst haben, ohne dass die Betroffenen informiert wurden.

Laut "SZ" untersuchen die Ermittler auch eine Rechnung über 359 000 Euro, die Ende November 2006 über die Kostenstelle des Vorstandsvorsitzenden der Telekom beglichen wurde. Die Rechnung mit dem Datum 23. November 2006 stammte von der Berliner Sicherheitsfirma und wurde innerhalb weniger Tage bezahlt, wie das Blatt berichtete. Obermann war damals erst wenige Tage im Amt. Er sagte dem Blatt, er habe diese Rechnung vorher nicht gekannt und damals von dem Vorgang nichts erfahren.

"Ich hatte in jenen Tagen einen überbordenden Terminkalender." Erst im August 2007 habe er von dem Vorgang erfahren. Er versicherte laut "SZ", dass die Bespitzelungen ohne seine Kenntnis stattgefunden hätten. "Ich war nicht einbezogen", wurde er zitiert.

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