Sparkurs
Filmriss in Cannes

Der Lack am Palais des Festivals in Cannes ist ab. Der billige rote Teppich kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der legendäre Filmpalast in dem südfranzösischen Städtchen in die Jahre gekommen ist. Das renovierungsbedürftige Kongresszentrum ist wie ein Sinnbild der Film- und Fernsehbranche, denn die Branche hängt schwer durch.

CANNES. Der eiserne Sparkurs der weltweiten Fernsehsender trifft die Filmproduzenten ins Mark. „Die Lage bei vielen, insbesondere unabhängigen Fernsehproduzenten ist angespannt. Die Hosentaschen der privaten Fernsehsender sind finanzmarktbedingt eng genäht“, sagt Kai-Roger Grüneke, Chef der Filmfirma EVA („Habermann“), zu der auch Atlas gehört. „Das sind sehr herausfordernde Zeiten“, umschreibt Tony Cohen, Chef von Fremantle Media, die schwierige Marktsituation. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) beim größten TV-Produzenten außerhalb von Hollywood ging bereits im ersten Halbjahr um mehr als zehn Prozent auf 87 Mio. Euro zurück.

Ab dem heutigen Montag trifft sich in Cannes die weltweite Fernsehindustrie. Doch die Zeit der Besucherrekorde ist vorbei. Viele Fernsehunternehmen, insbesondere die Hollywood-Studios, reisen im Gegensatz zu den goldenen Jahren des Fernsehens mit weniger Mitarbeitern nach Cannes. Kleinere Spieler verzichten gar ganz auf eine Teilnahme. „Die Stimmung war schon beim letzten Mal so negativ, da will ich mich nicht mehr anstecken lassen“, sagt ein einst treuer Messebesucher aus Deutschland.

Die Film- und Fernsehbranche steht nach Jahrzehnten des Wachstums vor großen Herausforderungen. „Die schwierige Finanzmarktentwicklung und der gleichzeitige Strukturwandel durch Abwanderung von Zuschauern und Werbekunden ins Internet bestimmen das gegenwärtig sehr restriktive Einkaufsverhalten der Fernsehsender“, berichtet EVA-Chef Grüneke.

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