Sparkurs sorgt für Gewinnplus
Umsatzrückgang bei dpa

Preissenkungen und Kündigungen durch Kunden haben im vergangenen jahr dazu geführt, dass der Umsatz der Nachrichtenagentur dpa im vergangenen Jahr gesunken ist. Der Gewinn ist allerdings Dank Einsparungen deutlich gestiegen.

HB FRANKFURT. „Der Schlüssel zum Erfolg lag für uns 2004 auf der Kostenseite“, sagte der Vorsitzende der dpa-Geschäftsführung, Walter Richtberg, am Donnerstag in Hamburg. Vor allem durch den Abbau von rund 100 Stellen in den vergangenen zwei Jahren, aber auch durch Einsparungen in der Verwaltung und bei sonstigen Ausgaben sei der betriebliche Aufwand 2004 um acht Prozent gesunken. Ende des Jahres beschäftigte die dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH noch 791 Mitarbeiter. Diese Zahl werde sich in den nächsten drei Jahren voraussichtlich nicht stark ändern, sagte Richtberg. Der 64-Jährige geht Ende 2005 in den Ruhestand. Ein Nachfolger soll in Kürze vorgestellt werden.

Unter den in den vergangenen Jahren schwächelnden Zeitungs- und TV-Werbemärkten hatte auch die dpa zu leiden. Die Nachrichtenagentur, die rund 190 Verlagen und Rundfunkgesellschaften und damit einem Großteil ihrer eigenen Kunden gehört, musste den Preis für ihren Basisdienst senken und einige Kündigungen ihrer Dienste, unter anderem von Teilen der Sendergruppe ProSiebenSat.1, verkraften. Daher sank der Umsatz 2004 den Angaben zufolge um 8,5 % auf 94 Mill. €. Rund vier Mill. € Umsatz verlor die dpa dabei bei Wortdiensten für inländische Tageszeitungen.

„Noch vor einem Jahr mussten wir davon ausgehen, dass wir 2004 erstmals seit Jahrzehnten mit einem negativen Ergebnis abschließen würden“, sagte Richtberg. Dank der Einsparungen sei es aber gelungen, das Betriebsergebnis um fast eine Million auf 1,56 Mill. € zu verbessern. Der Jahresüberschuss stieg auf 1,58 Mill. € von 622 000 € im Jahr zuvor. Dabei schrieben alle Tochtergesellschaften schwarze Zahlen. Auch für das laufende Jahr stellte die dpa Gewinne in Aussicht, ohne dies zu beziffern.

Die dpa werde auch künftig im Kerngeschäft mit den Medienkunden genossenschaftlich arbeiten, die Preise also so gestalten, dass gerade die Kosten gedeckt würden, erläuterte Richtberg. „Außerhalb dieses Bereichs kann dpa marktorientiert auftreten und so auch Dividenden für ihre Gesellschafter erwirtschaften“, erläuterte er. Daher wolle die Agentur auch im Ausland expandieren. Zuletzt beteiligte sich die dpa mit 35 % an der Schweizer Wirtschaftsagentur AWP.

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