Sparkurs
Telekom verärgert Verdi

Das geplante Sparprogramm der Deutschen Telekom führt zu einem Konflikt zwischen Management und Arbeitnehmern. Hintergrund ist der vorgesehene Personalabbau bei der Geschäftskundensparte T-Systems, der bereits zu ersten Warnstreiks geführt hat. Ein Zerwürfnis mit der Gewerkschaft käme für Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke zum genau falschen Zeitpunkt.

FRANKFURT / DÜSSELDORF. „Das Klima wird rauer“, sagt Lothar Schröder, der sowohl im Bundesvorstand von Verdi als auch im Aufsichtsrat der Deutschen Telekom sitzt. „Wir hatten mit der Telekom in Konfliktfällen noch nie so viel Streit wie derzeit.“

So zanken sich Gewerkschaft und Telekom im Moment um den geplanten Personalabbau bei der Geschäftskundensparte T-Systems; Tarifgespräche bei T-Systems, der Mobilfunksparte T-Mobile und der T-Punkt-Gesellschaft haben ebenfalls noch keine Lösung gebracht und führen bei T-Systems bereits zu ersten Warnstreiks. Verdi wendet sich zudem gegen den bereits begonnen Verkauf von Teilen der konzerneigenen Beschäftigungsgesellschaft Vivento.

Die Telekom sieht die Lage jedoch entspannt. „Wir haben nach wie vor ein konstruktives Verhältnis zu Verdi und sind zuversichtlich, dass wir die zugegeben großen Herausforderungen wie in den letzten Jahren auch gemeinsam meistern“, sagt eine Sprecherin.

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hat dem Konzern einen Sparkurs verordnet – bis 2010 will er fünf Mrd. Euro sparen. Dieser Plan ist Teil eines Sieben-Punkte-Programms, mit dem Ricke den Konzern aus der Krise führen will. Im August hat die Telekom miserable Ergebnisse für das erste Halbjahr präsentiert und die eigenen Umsatz- und Gewinnprognosen für 2006 und 2007 deutlich gesenkt.

Schröders Äußerungen sind zwar vor dem Hintergrund der laufenden Tarifverhandlungen zu sehen. Für Ricke käme ein Zerwürfnis mit der Gewerkschaft dennoch genau zum falschen Zeitpunkt. Im November steht seine Vertragsverlängerung an. Im Umfeld der Telekom ist zu hören, dass sich Ricke dabei bisher auf die Unterstützung der Arbeitnehmerseite verlassen konnte. Sollte sich das ändern, könnte es eng werden für den Telekom-Chef. Die Kapitalseite ist vor allem wegen des niedrigen Kurses der T-Aktie nicht besonders glücklich mit der aktuellen Situation. Den Sieben-Punkte-Plan hat der Aufsichtsrat zwar abgesegnet, wirklich überzeugt hat Ricke damit aber nicht, heißt es aus Kreisen des Gremiums. Zahlreiche Experten vermuten daher, Ricke schmiede an einem weiter reichenden Plan, einem großen Wurf, mit dem er seinen eigenen Posten sichern kann.

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