Sparmaßnahmen
IT-Lieferanten geraten unter Druck

Die aktuelle Wirtschaftskrise wird die IT-Anbieter stärker treffen als erwartet. Die Firmenkunden ändern angesichts des Kostendrucks ihre Investitionsstrategie nachhaltig. Sie verzichten immer häufiger auf eine regelmäßige Erneuerung ihrer Hard- und Software. Einsparpotenzial sehen die Kunden aber vor allem bei ihren IT-Lieferanten.

FRANKFURT. Das ist ein Ergebnis der vom Handelsblatt und der Unternehmensberatung Droege & Comp. durchgeführten Studie „Was bewegt IT-Entscheider 2009?“, die am kommenden Mittwoch in Hannover vorgestellt wird.

„Wir stellen fest, dass die Unternehmen nicht mehr alle drei Jahre automatisch neue Hardware hingestellt bekommen wollen“, sagt Torsten Frankenberger, Geschäftsführer von Droege. „Das hat mit den Kosten zu tun, es hat aber auch damit zu tun, dass die neuen Geräte und die neue Software nicht mehr den Funktionalitätsschub früherer Jahre mitbringen.“

Damit zeichnet sich unmittelbar vor der heute beginnenden Computermesse Cebit ab, dass die IT-Industrie sich nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft auf schwierigere Zeiten einstellen muss. Andreas Resch, bis Ende vergangenen Jahres oberster IT-Chef (CIO) von Bayer und seit kurzem Vorstand des Beratungsunternehmens Modalis, prophezeit sogar eine „Lopezierung“ der IT-Industrie, in Anlehnung an den VW-Chefeinkäufer Ignacio Lopez, der vor rund 15 Jahren als Kostenkiller den Autozulieferern das Leben schwermachte.

Auch wenn Lopez vielleicht übertrieben habe, „die Härte in der Beschaffung ist auch für die IT-Industrie ein Thema, selbst wenn am Ende nur ein Zehntel dessen erreicht wird, was Lopez damals für die Automobilkonzerne herausgeholt hat“, glaubt Resch. „Wir befinden uns derzeit an einem Wendepunkt. Die IT-Kunden wollen mehr Flexibilität, mehr Variabilität in ihren IT-Kostenstrukturen“, pflichtet Frankenberger von Droege bei.

Die IT-Chefs bestätigen den Trend: „Obwohl wir in den vergangenen Jahren unsere IT-Kosten deutlich reduziert haben, suchen wir weiter nach Möglichkeiten zur Kostensenkung. Das schließt auch eine Überprüfung aller Verträge mit unseren Vendoren ein“, sagt Wolfgang Gaertner, CIO der Deutschen Bank. „Ja, wir verhandeln derzeit mit vielen Lieferanten neue Lizenz- und Wartungsverträge“, berichtet Klaus-Hardy Mühleck, CIO von Volkswagen.

Seite 1:

IT-Lieferanten geraten unter Druck

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%