Sparmaßnahmen
Stellenabbau bei Nokia Siemens fällt höher aus

Nokia Siemens Networks (NSN) schnallt den Gürtel immer enger. Weitere 3.500 Stellen fallen weg, insgesamt werden mehr als 20.000 Arbeitsplätze bei dem Netzwerkausrüster abgebaut.
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Barcelona/MünchenDer Stellenabbau beim Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) nimmt immer größere Ausmaße an. Die Gemeinschaftstochter von Siemens und Nokia streicht weitere 3500 Arbeitsplätze, wie Vorstandschef Rajeev Suri am Mittwoch bekannt gab. Grund sei der Ausstieg aus einem langjährigen Service-Vertrag in Lateinamerika. Damit kippt NSN insgesamt 20.500 seiner weltweit noch 74.000 Stellen.

„Der Ausstieg aus dem Vertrag erfolgte einvernehmlich“, sagte Suri. Kosten entstünden dadurch nicht. Der Schritt folge der neuen Strategie, sich von Randgeschäften zu trennen. Offen blieb, welcher Kunde betroffen ist. Der Auftrag stamme noch aus der Anfangszeit von NSN, sagte Suri lediglich. NSN zählt zu seinen wichtigsten Kunden in der Region die spanische Telefonica, den US-Konzern Sprint Nextel und die mexikanischen Betreiber Telmex und America Movil des Milliardärs Carlos Slim.

NSN hatte im November bereits die Streichung von 17.000 Stellen angekündigt. Die Hälfte davon stehe bereits konkret fest, sagte Suri. In 55 Ländern habe NSN bereits mit den Einschnitten begonnen. In Deutschland fällt nach den bisherigen Sanierungsplänen mit knapp 3000 Arbeitsplätzen ein Drittel aller NSN-Stellen weg. Der Münchner Zentralstandort soll dichtgemacht werden. Die Belegschaft wehrt sich gegen den Sparkurs, der Betriebsrat fordert den Rauswurf von Vorstandschef Suri.

Trotz der Proteste hält NSN an der geplanten Schließung in München fest. „Wir sehen dazu keine Alternative: Wir planen, auch diesen Standort bis Ende des Jahres zu schließen“, sagte NSN-Chef Rajeev Suri der „Süddeutschen Zeitung“. „Deutschland, wo etwa acht Prozent unserer Belegschaft arbeiten, bleibt wichtig für NSN. Dass das Land vom Stellenabbau besonders stark betroffen ist, liegt daran, dass hier viele unrentable Bereiche angesiedelt sind, die nicht zum Kern der neuen Unternehmensstrategie gehören.“

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