Sparpläne
Prinovis baut Stellen ab

Der Druckkonzern Prinovis steht vor einen massiven Stellenabbau. Bei Europas größtem Tiefdruckunternehmen sind bis zu 750 Arbeitsplätze in Gefahr. Das erfuhr das Handelsblatt am gestrigen Dienstag aus Unternehmenskreisen.

hps / HB HAMBURG / DÜSSELDORF. Auf Anfrage wurde allerdings nur bestätigt, dass an den Druckstandorte Itzehoe (Schleswig-Holstein) und Ahrensburg bei Hamburg 110 Arbeitsplätze gestrichen werden. „Eine genaue Zahl lässt sich noch nicht nennen“, sagte ein Prinovis-Sprecher. Unklar ist in welchen Umfang weitere Standorte und Unternehmensbereiche von Prinovis betroffen sind.

Prinovis wurde vom Medienkonzern Bertelsmann (Gruner + Jahr, Arvato) und dem Printhaus Axel Springer im vergangenen Jahr gegründet. Bertelsmann hält 74,9 Prozent der Anteile. Der Zusammenschluss der Zeitschriften- und Katalogdruckereien hat vor allem zum Ziel, über mehrere Jahre Kosten im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich zu senken, bestätigte ein Sprecher. Der Hamburger Konzern beschäftigt in Nürnberg, Itzehoe, Ahrensburg, Darmstadt und Dresden etwa 4 300 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz liegt nach Unternehmensangaben bei über einer Mrd. Euro.

Der massive Stellenabbau bei Prinovis kommt nicht überraschend. Bereits im vergangenen Jahr hieß es bei dem vom früheren Bertelsmann-Manager Stephan Krauss geführten Unternehmen, dass es eine Arbeitsplatz- oder Standortgarantie nicht gebe.

Die Druckkonzerne stehten derzeit unter Druck. Die Auftragslage lässt zu wünschen übrig. „Die Marktlage ist gekennzeichnet durch Überkapazitäten und Preisdruck“, sagt Iris Schäfer, Analystin bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Auch die Fußball-Weltmeisterschaft hätte nicht die erhoffte Wirkung erbracht, warnte die Branchenexpertin.

Erst kürzlich hatte der Freudenstädter Tiefdruck-Konzern Schlott eine vorzeitige Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr herausgegeben. Schlott hatte mitgeteilt, dass das Ergebnis vor Steuern in diesem Geschäftsjahr nicht 26 Mill. erreichen werde, sondern nun 20 Mill. Euro erwartet würden. Erst vor wenigen Tagen warnte der Bundesverband Druck und Medien vor allzu hohen Erwartungen in diesem Jahr.

Im internationalen Vergleich ist die deutsche Druckindustrie noch weitgehend fragmentiert. „Die Konsolidierung läuft auch Hochtouren. Noch gibt es zu viele kleine Player in einem schrumpfenden Markt“, sagte Analystin Schäfer. Bis Ende April gab es bereits 65 Insolvenzen.

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