Sparte Com
Siemens kappt seine Wurzel

Der Münchener Technologiekonzern Siemens lagert seine Netzwerk-Aktivitäten in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der finnischen Nokia aus. Damit gibt Siemens ausgerechnet das Geschäft aus der Hand, mit dem das Unternehmen einst groß geworden ist: die Kommunikationstechnik.

jojo/HB MÜNCHEN. 1847 hat Werner von Siemens die Grundlage für die Firma mit der Entwicklung eines Zeigertelegrafen gelegt. Heute, fast 160 Jahre später, ist die Kommunikation noch immer der mit Abstand größte Bereich. Mit 13 Mrd. Euro erwirtschaftet Com, so heißt das Geschäft intern, mehr Umsatz als viele Konzerne im Dax. Der Bereich ist in mehr als 160 Ländern vertreten und beschäftigt rund 55 400 Mitarbeiter. Allerdings ist die Sparte auch die bei weitem größte Baustelle von Siemens. Und das nicht erst seit heute. Seit einigen Jahren schon verfehlt Com immer wieder seine Ziele. Das Handy-Geschäft hatte Siemens im vergangenen Jahr an die taiwanische BenQ verkauft.

Trotz aller Probleme verbucht die Com-Sparte auch Erfolge. Gemeinsam mit dem Partner NEC ist Siemens beispielsweise Vorreiter bei Mobilfunknetzen der dritten Generation. Mehr als 90 Prozent aller UMTS-Teilnehmer weltweit kommunizieren der Firma zufolge mit der Technik von Siemens und NEC.

Konzernchef Klaus Kleinfeld fällt es vermutlich nicht schwer, das Geschäft nun unter der Führung von Nokia zu betreiben. Künftig konzentriert sich das Münchener Unternehmen auf die Bereiche, mit denen es mehr Geld verdient.

Viel Freude machen Kleinfeld Sparten wie die Medizintechnik, der Turbinenbau, die Stromübertragung, der Autozulieferer VDO oder Osram (Lichttechnik). Sie alle sind auf bestem Weg, die Renditeziele zu erreichen, die alle Siemens-Sparten kommendes Frühjahr schaffen müssen. Die Margen orientieren sich an den besten Wettbewerbern der jeweiligen Branche.

Ein Sorgenkind hat Kleinfeld allerdings bis auf weiteres im Konzern: den IT-Dienstleister SBS. Die Sparte schreibt seit Jahren rote Zahlen. Deshalb wird schon länger über eine Lösung spekuliert, wie sie Kleinfeld jetzt für Com gefunden hat.

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