Sparte im vierten Quartal offenbar wieder in Gewinnzone
Siemens will Com-Sparte ohne Entlassungen sanieren

Der Siemens-Konzern hat sich mit der IG Metall auf ein Maßnahmenbündel zur Sanierung eines defizitären Bereichs der Kommunikationssparte Com verständigt, durch das Entlassungen vermieden werden sollen.

HB MÜNCHEN. Das Paket sehe für den Vertrieb und Service für Netzwerke bei Firmen unter anderem eine Verkürzung der Arbeitszeit von 35,8 Stunden auf 30 pro Woche vor, teilte Siemens am Donnerstag mit. Zudem sein ein Angebot an die Mitarbeiter vorgesehen, in eine Qualifizierungsgesellschaft zu wechseln oder über Abfindungen oder Altersteilzeit ganz auszuscheiden. Ziel sei es, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.

Die IG Metall teilte mit, für den Problembereich der zuletzt defizitären Siemens-Com-Sparte werde der Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung angewendet. „Dieses Ergebnis zeigt, dass es Alternativen zum phantasielosen Beschäftigungsabbau gibt und unsere Tarifverträge genau diesen Spielraum bieten“, sagte IG-Metall-Vize Berthold Huber.

Eine mit dem Vorgang vertraute Person hatte zuvor gesagt, der Stellenabbau über diese Programme solle unter der Zahl von 2000 Arbeitsplätzen liegen. Arbeitnehmervertreter hatten am Montag die Sorge geäußert, dass in der Kommunikationssparte 3 000 bis 4 000 Stellen abgebaut werden.

Einem Magazinbericht zufolge wird die Kommunikationssparte im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2004/2005 (30. September) operativ wieder die Gewinnzone erreichen. Der Bereich werde einen kleinen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) erzielen, berichtet das „Manager Magazin“ vorab. Im Gesamtjahr liege der Gewinn bei Com bei 201 Mill. Euro. Darin seien nicht die Verluste der Handy-Sparte enthalten, die Anfang Oktober an das taiwanische Unternehmen BenQ geht. Ein Unternehmenssprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern. Im dritten Quartal hatte Com einen Verlust von 70 Mill. Euro ausgewiesen.

Vorstandschef Klaus Kleinfeld hatte am Montag den Abbau von 2 400 Arbeitsplätzen bei der defizitären IT-Tochter SBS in Deutschland sowie die Zerschlagung der ebenfalls angeschlagenen Logistiksparte angekündigt und hinzugefügt, in der Kommunikationssparte liefen Gespräche über Personalabbau. Im Juni hatte Kleinfeld das hohe Verluste schreibende Handy-Geschäft mit rund 6 000 Beschäftigten an den taiwanesischen Konkurrenten BenQ verschenkt.

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