Spartenkanal erstmals mit Gewinn: DSF steigt ins Geschäft mit Sportwetten ein

Spartenkanal erstmals mit Gewinn
DSF steigt ins Geschäft mit Sportwetten ein

Das Deutsche Sportfernsehen (DSF) wird noch in diesem Jahr Sportwetten anbieten. „Das Geschäft passt ideal zum DSF“, sagte Rainer Hüther am Mittwoch am Firmensitz in Ismaning.

jojo MÜNCHEN. Der Chef des Sportkanals betonte, dass ein Test mit Hallenfußball-Wetten im Januar bereits positiv verlaufen sei. Ob sich das DSF für die neuen Aktivitäten mit einem Partner zusammen schließen werde, ließ Hüther offen.

Über Sportwetten wird wegen des Bestechungsskandals in der Fußball-Bundesliga derzeit heiß diskutiert . Allerdings haben für das Wettgeschäft nur eine Hand voll Firmen in Ostdeutschland sowie die staatliche Oddset eine Lizenz. Dies schreckt das DSF aber nicht ab. Hüther hofft, dass das Monopol vor Gericht bald fallen wird. Dann müsste das DSF lediglich eine elektronische Wett-Plattform aufbauen und für die Vermarktung sorgen, sagte der Medienmanager und fügte hinzu: „Das kann relativ schnell gehen.“ Einen Zeitplan nannte Hüther jedoch nicht.

Die EM.TV-Tochter schwimmt momentan auf einer Welle des Erfolgs. Zum ersten Mal seit der Gründung vor über zehn Jahren ist der Spartenkanal in den schwarzen Zahlen: 2004 erreichte der Gewinn vor Zinsen und Steuern 8,1 Mill. Euro. Das ist deutlich mehr als das ausgeglichene Ergebnis, mit dem das Management zu Jahresbeginn gerechnet hatte. Der Umsatz kletterte um knapp ein Drittel auf 107,4 Mill. Euro.

Bis Anfang 2003 gehörte das DSF zur Kirch-Gruppe und schrieb tief rote Zahlen. Alleine im Jahr 2002 lief ein Verlust von 33 Mill. Euro auf. Dann übernahm ein Konsortium um EM.TV und den Handelskonzern Karstadt-Quelle den Sender. Seit einigen Tagen gehört das DSF nun komplett zur Münchener Medienfirma EM.TV.

Für das laufende Jahr hat sich der Sender sportliche Ziele gesetzt. Obwohl der Werbemarkt stagniert, sollen die Reklameerlöse zweistellig steigen, betonte Hüther. Das größte Wachstumspotenzial sieht das DSF-Management außerhalb des angestammten Werbegeschäfts. So habe das Unternehmen in nur zehn Tagen 20 000 Jacken mit dem DSF-Logo verkauft. Klingeltöne und demnächst sogar ein eigenes Mobiltelefon sollen die „Zuschauer zu Kunden“ machen, sagte Hüther.

Darüber hinaus gibt das Management Millionen für neue Übertragungsrechte aus. So zeigt das DSF künftig live die Begegnungen des deutschen Davis-Cup-Teams im Tennis. Auch am Fußball-Uefa-Cup habe der Sender Interesse, hieß es.

Jahrelang musste sich das DSF mit zweitklassigen Sportrechten begnügen. Erst als das Unternehmen von der insolventen Kirch-Gruppe verkauft wurde, konnte es attraktive Rechte kaufen. So läuft inzwischen die Bundesliga am Sonntagabend auf DSF. Größter Konkurrent ist der Bezahlkanal Premiere, der alle wichtigen Sportarten live zeigt, darunter die Bundesliga und die Formel 1. Einziger direkter Wettbewerber ist Eurosport.

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