Speicherchip-Sparte
IPO wird bei Infineon bevorzugt

Wenn Infineon am Freitag seine Zahlenwerk für das abgelaufene Geschäftsjahr 2004/05 vorlegt dürften die Fragen zur Zukunft der Speicherchip-Sparte im Vordergrund stehen. Branchenkreisen zufolge will der Chipkonzern den Bereich vom Unternehmen abtrennen und an die Börse bringen.

HB MÜNCHEN. „Der Börsengang ist die bevorzugte Option“, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch. Der Vorstand werde bei der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag eine Abspaltung der Sparte vorschlagen. Mittelfristig sei geplant, die Mehrheit an der DRAM-Speicherchipsparte abzugeben. „Das kann in mehreren Schritten geschehen“, hieß es. Als frühestmöglicher Zeitpunkt für einen Börsengang wurde die Mitte des kommenden Jahres genannt, da zuvor die Hauptversammlung ebenfalls noch zustimmen und die Abspaltung organisatorisch vollzogen werden müsse. Infineon lehnte eine Stellungnahme zu den Angaben aus den Kreisen ab.

Die mit dem Vorgang vertrauten Personen sagten, es werde erwartet, dass der Aufsichtsrat der Abspaltung der Speicherchipsparte zustimme, die rund 40 Prozent zum Infineon-Umsatz beisteuert. Denkbar sei es, dass sich das Gremium bei der Art und Weise der Abtrennung noch nicht endgültig festlege, sondern einen Börsengang als bevorzugte Lösung nenne.

Infineon-Chef Wolfgang Ziebart hatte wiederholt gesagt, dass Infineon alle strategischen Optionen für die Sparte und den Konzern prüfen würde. Gerüchte um eine Aufspaltung von Infineon, das einst vom Münchener Siemens-Konzern abgetrennt wurde, halten sich seit Monaten. Die Hersteller von Speicherchips, den so genannten DRAMs, haben mit ständig schnell sinkenden Preisen zu kämpfen. Dadurch sind die Hersteller zu ständig neuen Technologiesprüngen mit enormen Investitionen gezwungen, um die Kosten zu senken.

Von seinem Ziel eines operativen Gewinns im am 30. September zu Ende gegangenen Geschäftsjahres 2004/05 hat sich Infineon deshalb bereits verabschiedet. 13 befragte Analysten rechnen im Schnitt mit einem operativen Verlust inklusive Einmaleffekten von 252 Mill. Euro nach 256 Mill. Euro Gewinn im letzten Jahr. Infineon will die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2004/05 am Freitag veröffentlichen.

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