Speicherchiphersteller streicht 3 000 Stellen
Qimonda gibt sich geschlagen

Seine gigantischen Verluste in den vergangenen Monaten haben den Chipproduzenten Qimonda in die Knie gezwungen. Das Münchener Unternehmen gab am Montag bekannt, dass es sich aus dem hochdefizitären Geschäft mit Speicherchips, sogenannten Drams, für PCs zurückziehen wird.

MÜNCHEN. „Der tiefgreifende Abschwung in der Dram-Industrie und die Konsequenzen für unsere finanzielle Situation haben uns veranlasst, unser Geschäftsmodell neu auszurichten“, verkündete Vorstandschef Kin Wah Loh. Qimonda werde sich daher deutlich verkleinern.

Die ehemalige Speicherchipsparte des Halbleiterproduzenten Infineon will sich künftig vor allem auf Produkte für Großrechner, sogenannte Server, und Grafikkarten konzentrieren. Im Zuge des Umbaus sollen bis Sommer nächsten Jahres 3 000 von 14 000 Stellen weltweit wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht ausgeschlossen, hieß es. Das Unternehmen will so die Kosten um 450 Mio. Euro jährlich drücken.

Gleichzeitig kündigte Qimonda an, seinen Anteil an der Taiwaner Chipfabrik Inotera für knapp 300 Mio. Euro an den Konkurrenten Micron zu verkaufen. Die Hälfte der Summe werde der Konzern aus Amerika bereits in den nächsten Tagen überweisen, teilte Qimonda mit.

Die Münchener können jeden Cent gebrauchen. Analysten haben in den vergangenen Wochen bereits spekuliert, wann Qimonda das Geld ausgeht. Das Geschäft läuft seit über einem Jahr miserabel. Allein im zweiten Quartal fuhr die Firma bei einem Umsatz von 384 Mio. Euro einen Verlust von 401 Mio. Euro ein. Grund für die Misere ist ein enormer Preisverfall. „Es gibt einfach zu viel Kapazität auf dem Markt“, sagt Jen-Hsun Huang, Chef und Gründer des amerikanischen Chipherstellers Nvidia.

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