Speicherchips
Infineon bangt weiter um Qimonda

Der Halbleiterkonzern Infineon bangt trotz des staatlichen Rettungspakets für Qimonda um die Zukunft seiner angeschlagenen Speicherchiptochter. Jetzt droht Qimonda der Rauswurf aus der New York Stock Exchange.

MÜNCHEN. Gerade erst wurden der Tochter Notdarlehen über 325 Millionen Euro und Bürgschaften für Kredite über 280 Millionen Euro zugesagt. Es sei aber „nicht sicher gestellt“, dass die Maßnahmen „es Qimonda ermöglichen, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, oder dass Qimonda weitere operative oder strategische Initiativen erfolgreich umsetzen kann, die geeignet sind, ihre finanzielle Lage zu verbessern“, hieß es am Dienstag in dem im Internet veröffentlichten Geschäftsbericht von Infineon.

Für den Fall, dass die Tochter mit den Kreditverhandlungen und der Sanierung scheitere, „könnte Qimonda Schwierigkeiten haben, ihren fälligen Verpflichtungen nachzukommen“, erklärte Infineon weiter. Verhandlungen über einen ersten Kredit über 150 Millionen Euro, der unter Staatsbürgschaft gewährt werden soll, seien aber bereits in einem fortgeschrittenen Stadium.

Neben den öffentlichen Bürgschaften stellen der Mutterkonzern Infineon, der Freistaat Sachsen und das Land Portugal dem schlingernden Speicherchiphersteller 325 Millionen Euro an Krediten zur Verfügung. Infineon selbst versucht unterdessen, seine Finanzschulden schnellstmöglich zu verringern. Im Oktober und November kaufte der Konzern nach eigenen Angaben Umtausch- und Wandelanleihenanteile über insgesamt 117 Millionen Euro zurück.

Im laufenden und kommenden Geschäftsjahr bezifferte der Konzern seine fälligen Verbindlichkeiten auf 980 Millionen Euro. Die Möglichkeiten der Refinanzierung seien aufgrund des niedrigen Kursniveaus eingeschränkt. Die Aktie des DAX-Konzerns notiert weiterhin deutlich unter einem Euro.

Dem Speicherchip-Hersteller Qimonda droht zudem der Rauswurf aus der New York Stock Exchange. Die NYSE habe Qimonda darüber informiert, dass die Standards für Börsennotierungen nicht mehr eingehalten würden, heißt es in dem zu Wochenbeginn vorgelegten Geschäftsbericht der Muttergesellschaft Infineon. Qimonda hat demnach bis zum 7. Mai Zeit, das Ruder herumzureißen. Sollte dies nicht gelingen, werde die NYSE das Unternehmen von der Handelsplattform streichen, schreibt Infineon. Qimonda war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Qimonda-Titel sind nach den Hiobsbotschaften der vergangenen Monate zu billig für die Notierung an der NYSE. Der durchschnittliche Schlusskurs habe über einen Zeitraum von 30 Tagen unter der kritischen Marke von 1,00 Dollar notiert, heißt es. Die weltweit eingebrochenen Preise für Speicherchips hatten für einen milliardenschweren Verlust bei Qimonda gesorgt und das Unternehmen in Existenznot gebracht. Derzeit kostet ein Anteilsschein 0,37 Dollar. Qimonda ist zwar in Deutschland beheimatet, aber in den USA börsennotiert.

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