Speicherchipsparte
Infineon will keine DRAM-Allianz mit Micron

Der US-Chipkonzern Micron würde gerne mit Infineon über eine Fusion ihrer Speicherchipbereiche sprechen. Der Münchener Konkurrent lehnt den Vorschlag jedoch ab.

HB MÜNCHEN. Die bald unter dem Namen Qimonda eigenständig agierende Infineon-Speicherchipsparte sei alleine stark genug, teilte Firmenchef Wolfgang Ziebart auf Anfrage von Reuters am Freitag mit. „Ein Börsengang ist weiterhin unsere bevorzugte Option“, sagte er. Ein Infineon-Sprecher ergänzte: „Wir führen keine Gespräche mit Micron und sehen auch keine Veranlassung dazu.“ Micron-Chef Steven Appleton hatte zuvor eine Fusion seines Unternehmens mit der Speicherchipsparte von Infineon oder deren Übernahme ins Gespräch gebracht.

Infineon trennt das schwankungsanfällige DRAM-Speicher-Geschäft vom Rest des Konzerns ab. Wegen der zuletzt günstigen Chipkonjunktur verliefen die Absätze des Münchener Konzerns zuletzt gut. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2005/06 (zum 30. September) war Infineon im operativen Geschäft überraschend in die Gewinnzone zurückgekehrt, der Umsatz legte um ein Fünftel zu.

Ziebart verwies darauf, dass Infineon im ersten Quartal des Kalenderjahres beim Marktanteil für DRAM-Speicherchips sowohl Micron als auch den koreanischen Konkurrenten Hynix überholt habe und nun auf Position zwei am Weltmarkt hinter Samsung liege. „Da dürfte bei Micron eher der Wunsch der Vater des Gedankens sein“, sagte Ziebart zu dem Vorschlag des Rivalen. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens iSuppli kam Infineon im ersten Quartal bei DRAM-Chips auf einen Anteil am Weltmarkt von 17,5 Prozent, fast fünf Prozentpunkte mehr als im vorangegangenen Quartal.

Micron-Chef Appleton hatte in einem Interview der Finanzzeitung „Wall Street Journal“ Interesse an der DRAM-Sparte von Infineon gezeigt. „Wir haben öffentlich gesagt, dass wenn Infineon ein Interesse haben sollte, mit uns zu sprechen, wir daran interessiert sind, mit ihnen zu sprechen“, sagte er. An der Börse gab der Kurs der Infineon-Aktie leicht um 0,3 Prozent auf 9,62 Euro nach.

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