Speicherplatzanbieter Strato
Telekom kauft Freenet-Tochter

Die Deutsche Telekom verstärkt sich in Deutschland: Der Konzern übernimmt den Speicherplatzanbieter Strato von Freenet für 275 Mio. Euro. Damit zahlt der Marktführer weniger, als sich Freenet erhofft hatte - Unternehmenschef Christoph Vilanek hat Konzernkreisen zufolge mit einem Erlös von 300 bis 400 Mio. Euro gerechnet.
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LOU DÜSSELDORF. Die Wettbewerbsbehörden müssen dem Kauf noch zustimmen. Strato verwaltet Webseiten und bietet Speicherplatz im Internet an. Freenet hat die Tochter Anfang Juli zum Verkauf angeboten, weil es sich auf den Mobilfunk konzentrieren will.

Zuletzt war Branchenangaben zufolge neben der Telekom nur noch United Internet als Bieter im Rennen. Mehrere Finanzinvestoren hatten sich zurückgezogen. In Finanzkreisen hieß es, die Management-Präsentation sowie die Wachstumsaussichten hätten nicht überzeugt.

Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges betonte gestern jedoch das Potenzial Stratos. Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren den Umsatz jährlich um zehn Prozent und den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 20 Prozent gesteigert. "Wir rechnen auch für die nächsten Jahre mit solchen Wachstumsraten", sagte er. Strato werde vom ersten Tag der Konsolidierung positive Beiträge zu Ergebnis und Free Cashflow liefern.

Auch Vilanek zeigte sich zufrieden. "Die Telekom ist ein Superpartner für Strato", sagte er. Sowohl der Standort in Berlin als auch die mehr als 400 Mitarbeiter würden übernommen. Er rechne mit einem Abschluss des Verkaufs bis Ende des Jahres.

Den Verkaufserlös will der Freenet-Chef zur Tilgung der Schulden benutzen, die Ende vergangenes Jahres bei 1,4 Mrd. Euro lagen. Strato ist nicht die erste Tochter, die Vilanek losschlägt. Bereits im Mai hatte er das DSL-Geschäft an United Internet abgegeben. Mit den Erlösen aus beiden Verkäufen schrumpfen die Schulden auf unter 800 Mio. Euro. Das sei "ein absolut gesundes Niveau", sagte Vilanek. Die Börse reagierte allerdings zurückhaltend: Die T-Aktie büßte 0,8 Prozent ein, Freenet verlor rund 2,5 Prozent.

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