Spekulationen über Rückabwicklung von Verkauf
Verkaufte Balda-Tochter in Finanznöten

Nach dem Verkauf der drei defizitären Tochterfirmen des Handyausrüsters Balda treten immer mehr Probleme zu Tage. Die veräußerte Tochter Balda Solutions wirft dem ehemaligen Mutterkonzern vor, ihren 480 Beschäftigten nicht die zugesagten Löhne zu zahlen, und sieht sich dadurch in einer finanziell angespannten Lage.

HB DÜSSELDORF. Der Balda-Vorstand wies dies am Montag zurück. „Balda ist allen Verpflichtungen aus dem Verkauf nachgekommen und wird dies auch künftig so halten“, hieß es in einer Firmenmitteilung. Es müssten durch die Mittel, die Balda zur Verfügung gestellt habe, genügend Geld für Löhne und Gehälter vorhanden sein.

Ein Balda-Solutions-Sprecher widersprach dieser Darstellung. Der ehemalige Mutterkonzern sei seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen, sagte er. Zudem gebe es erhebliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Dadurch sei Balda Solutions kurzfristig in einen Liquiditätsengpass geraten und habe die Gehälter gekürzt. Erschwerend käme hinzu, dass der Betriebsrat bisher nicht bereit gewesen sei, mit dem Management über einen Sozialplan zu verhandeln. „Die Situation ist sehr ernst“, sagte der Sprecher.

Balda hatte seine drei defizitären europäischen Tochtergesellschaften, die das frühere Kerngeschäft ausmachten, Ende 2007 an die KS Plastic Solutions verkauft, eine bis dahin unbekannte Gesellschaft. Die Firma will das Geschäft an Investoren um die Beteiligungsgesellschaft Aurelius weiterreichen. Voraussetzung dafür ist aber, dass ein profitabler Geschäftsplan aufgestellt werden kann. In den vergangenen Wochen hatte es Spekulationen über eine Rückabwicklung des Geschäfts gegeben. Balda-Chef Joachim Gut hatte entsprechende Medienberichte jedoch zurückgewiesen und betont, der Weiterverkauf sei in trockenen Tüchern.

Das sehen die Anleger anders. Die Balda-Aktie brach am Vormittag erneut um acht Prozent ein. LBBW-Analyst Stephan Wittwer sprach von einem „katastrophalen“ Nachrichtenfluss. „Wir sind sehr vorsichtig, da uns das Konstrukt Balda AG, Balda Solutions GmbH, KS Plastic Solutions GmbH und Aurelius vollkommen undurchschaubar erscheint.“

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