Spekulationen um FAZ-Einstieg beim linksliberalen Blatt: "FR" sucht Finanzhilfe bei Gewerkschafts-Holding

Spekulationen um FAZ-Einstieg beim linksliberalen Blatt
"FR" sucht Finanzhilfe bei Gewerkschafts-Holding

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erwägt einen Einstieg bei der finanziell angeschlagenen „Frankfurter Rundschau“. Die DGB-eigene Beteiligungsgesellschaft BGAG prüfe ein finanzielles Investment bei dem Traditionsblatt, sagte DGB-Chef Michael Sommer am Donnerstag in Berlin.

HB FRANKFURT. Der Gewerkschaftsdachverband wolle sich aber nicht medienpolitisch betätigen, betonte Sommer zugleich. Sommer bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Das Blatt hatte berichtet, die BGAG prüfe, ob sie der überregional erscheinenden Tageszeitung „finanziell unter die Arme greifen kann.“ Sommer habe sich am Mittwoch mit der Verlagsführung getroffen und auch dem Konkurrenten „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) einen Besuch abgestattet. Die FAZ solle ebenfalls Interesse an der „Frankfurter Rundschau“ (FR) haben. Die Geschäftsführungen beider Blätter wollten sich zu dem „Bild“-Bericht nicht äußern.

„Wir haben immer betont, dass wir mit mehreren Interessenten verhandeln, aber wir wollen keine Namen nennen“, sagte der kaufmännische Geschäftsführer der FR, Hans Peter Volz, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. An der Suche nach einem Partner ändere sich auch weiterhin nichts, obwohl sich die Auflage zuletzt bei etwa 183 000 stabilisert habe und der Verkauf des Verlagsgebäudes in der Frankfurter Innenstadt an den niederländische Projektentwickler MAB kurz vor dem Abschluss stehe. Über die Höhe der Bankverbindlichkeiten der FR wollte sich Volz nicht äußern.

Nach der Expansion während des Internetbooms machen der Zeitungsbranche seit einigen Jahren vor allem hohe, zum Teil 50-prozentige Einbrüche im Anzeigengeschäft zu schaffen. So rutschten neben der FR und der FAZ auch andere rennomierte überregionale Blätter wie die „Süddeutsche Zeitung“ in die roten Zahlen. Die FR hatte vor zweieinhalb Jahren mit dem Abbau von Stellen begonnen. Bis Ende 2004 soll das Programm beendet werden. Bis dann sollen insgesamt 600 Arbeitsplätze eingespart sein, der Verlag verfügte dann noch über 1000 Mitarbeiter. Das Weihnachts- und Urlaubsgeld der Mitarbeiter wurde zudem in einen Freizeitausgleich umgewandelt. Zur Abdeckung von Darlehen hat das Land Hessen dem Verlag bereits eine Millionenbürgschaft gewährt.

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