Spielehersteller
Wii-Konsole lässt Nintendo im Stich

Die Wii hat ihre besten Zeiten hinter sich. Immer weniger weniger Käufer greifen zur Spielekonsole. Hinzu kommt der starke Yen. Die Folge: Hersteller Nintendo schreibt erstmals seit Jahrzehnten rote Zahlen.
  • 1

TokioDer japanische Spiele-Spezialist Nintendo steuert auf seinen ersten Jahresverlust seit Jahrzehnten zu. Für rote Zahlen sorgen vor allem Verkaufsrückgänge bei der alternden Spielekonsole Wii und der starke Yen. In dem Ende September beendeten ersten Geschäftshalbjahr gab es einen Verlust von 70,27 Milliarden Yen (rund 660 Mio Euro). Der Umsatz sackte um 40,6 Prozent auf 215,74 Milliarden Yen (rund zwei Mrd Euro) ab, wie Nintendo am Donnerstag mitteilte.

Für das gesamte Geschäftsjahr, das im März 2012 zu Ende geht, rechnet Nintendo nun mit einem Verlust von 20 Milliarden Yen (180 Mio Euro). Noch im Juli wurden stattdessen 20 Milliarden Yen Gewinn erwartet. Aktuell läuft das wichtige Weihnachtsgeschäft, das traditionell die Kassen der Spielekonzerne klingeln lässt.

Nintendo hatte mit seiner 2006 gestarteten Wii den Spielemarkt aufgerollt und teurere Konkurrenz-Konsolen wie die Playstation 3 von Sony oder die Xbox von Microsoft zunächst klar abgehängt. Seitdem wurden insgesamt 83,4 Millionen der Konsolen mit ihrer bewegungsempfindlichen Steuerung verkauft. Inzwischen hat die Wii jedoch ihren Höhepunkt überschritten, die technische Überlegenheit der rivalisierenden Geräte ist deutlicher geworden und die Verkäufe gehen merklich zurück.

Im ersten Geschäftshalbjahr fiel der Wii-Absatz um fast ein Drittel auf 3,35 Millionen Geräte. Der geplante Jahresabsatz von zwölf Millionen Wii-Konsolen dürfte damit nur noch schwer zu erreichen sein. Im kommenden Jahr will Nintendo mit der Wii U seine neue Konsolen-Generation auf den Markt bringen.

Von der neuen mobilen Spielekonsole 3DS verkaufte Nintendo in den vergangenen sechs Monaten 3,07 Millionen Geräte. Nach dem Weihnachtsquartal dürfte klar werden, ob das Jahresziel von 16 Millionen verkauften 3DS-Konsolen erreicht werden kann. Einer der beiden Bildschirme der 3DS kann dreidimensionale Bilder ohne eine Spezialbrille anzeigen. Die Konsole ist Nintendos Antwort auf die wachsende Konkurrenz durch günstige Smartphone-Spiele. Der Konzern senkte zuletzt den Preis deutlich, um den Absatz anzukurbeln.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Spielehersteller: Wii-Konsole lässt Nintendo im Stich"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Wii ist leider nur sehr kurz interessant. Sie wird schnell langweilig, weil der Bewegungssensor viel zu tolerant ist. Man muss nicht ernsthaft versuchen, damit reale Bewegungsabläufe nachzuempfinden. Es reicht auch, wenn man sich mit dem Controller in der Hand einen von der Palme wedelt. Am Bildschirm bringt das trotzdem jede Menge Punkte. Überhaupt sind die Bewegungserkennungsspiele immer irgendwie schlecht. Egal, ob Wii oder Kinect oder... Entweder die Reaktionszeit ist zu langsam oder der Controller überträgt die Bewegung nicht 1:1 oder es gibt nur ein paar langweilige Spiele, wie z.B. Tiere am Bildschirm streicheln. Alberner Mist, den man nicht mehr als einmal spielen kann.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%