Spielekonsolen
Nintendo und Co: Spielend durch die Krise

Alle reden von der Krise - nur eine Branche nicht: Sowohl Nintendo als auch Microsoft verkünden Rekordzahlen für ihre Spielekonsolen Wii und Xbox. Manch ein Experte orakelt sogar, die Branche sei immun gegen den Wirtschaftsabschwung.

DÜSSELDORF. Auf amerikanischen Internetseiten debattieren die Branchenexperten schon: Ist die Videospielbranche sicher vor der Rezession? In schlechten Zeiten, heißt es, wollten die Leute schließlich unterhalten werden. Mit Brot und Spielen durch die Krise? Ist die Konsole einmal bezahlt, bekommt man als Gegenleistung stundenlange Ablenkung. So zumindest die These mancher Fachleute, wie auf der Branchenwebsite Cnet.com zu lesen ist.

Jüngst veröffentlichte Zahlen sprechen dafür: Nie zuvor verkaufte Microsoft seine Xbox so häufig wie im November dieses Jahres. Die Xbox 360 ging im Vergleich zum Monat des Vorjahres mehr als doppelt so häufig über den Ladentisch. "Das gilt nicht nur für die USA, wo der Black Friday, also der Freitag nach Thanksgiving, der bisher beste Verkaufstag der Xbox war, sondern auch für Europa, wo in der letzten Novemberwoche ein absoluter Verkaufsrekord für die Xbox aufgestellt worden ist", sagte Martin Bachmayer, Deutschland-Direktor für Entertainment & Devices. "Auch in Deutschland verkaufen wir konstant Woche für Woche doppelt so viele Konsolen wie im Vergleichszeitraum zum letzten Jahr." Und David Dennis, PR-Manager für die Xbox, sagte Cnet.com: "Es hat zwar niemand eine Glaskugel, aber wir bleiben vorsichtig optimistisch. Alle Anzeichen sprechen für unsere Branche und die Xbox." Weltweit besitzen mittlerweile 25 Millionen Menschen eine Xbox 360.

Und nicht nur bei Microsoft sieht es gut aus. Konkurrent Nintendo brachte in Amerika allein in der Woche nach Erntedank rund 800 000 Wii-Konsolen unters Volk. In vielen Geschäften war die Konsole sogar ausverkauft. Der Videospielkonzern erhöhte deswegen die Produktion. Sony wollte hingegen keine aktuellen Verkaufszahlen seiner Playstation 3 nennen.

Man habe aber seit der Einführung knapp 17 Millionen Konsolen der Playstation 3 verkauft, sagte ein Sprecher. Nach Informationen des Marktforschungsinstitutes NPD Group aus Amerika verkaufte sich die Playstation 3 in den USA im Oktober 190 000 Mal. Die Xbox 360 soll sich im gleichen Zeitraum 371 000 Mal verkauft haben, Nintendos Wii ging 803 000 Mal über die Theke.

Doch auch die Videospielbranche sei nicht immun, sagte der Analyst Van Baker des Marktforschungsinstitutes Gartner zu Cnet.com. In Zeiten, in denen Jobs knapp seien und die Leute ihre Häuser verlören, da seien 50 Dollar für ein Spiel immer noch 50 Dollar. Mit Blick auf die Rezession sagte er: "Sony wird es am stärksten erwischen, die haben die teuerste Konsole. Die billigste Playstation 3 kostet 399 Dollar." Dagegen kostet die günstigste Konsole des Wii 249 Dollar. Microsoft hat erst kürzlich den Preis für die Xbox gesenkt. Das Unternehmen hat in den USA den Anbieter Nintendo unterboten. Die Einstiegsvariante Xbox Arcade kostet jetzt nur noch 200 statt bisher 280 Dollar. Dabei verdienen die Anbieter ihr Geld nicht mit den Konsolen, sondern mit den Spielen. Eine verkaufte Konsole ist somit die Eintrittskarte für zukünftige Geschäfte.

Wie am Dienstag bekannt wurde, streicht der japanische Konzern Sony wegen der Wirtschaftskrise weltweit 16 000 Stellen im Elektronikgeschäft. Gründe dafür seien der starke Yen und der harte Preiskampf bei Flachbildschirmen sowie Digitalkameras. Von der Playstation war in diesem Zusammenhang zunächst keine Rede.

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