Spielfilme ziehen nicht mehr vor die Mattscheibe
Ufa trotzt der Branchenkrise

Deutschlands größter Film- und Fernsehproduzent strotzt vor Optimismus. „Wir haben die Branchenkrise abgewettert und wachsen wieder sehr dynamisch“, sagte Ufa-Chef Wolf Bauer dem Handelsblatt. Während viele kleine und mittelgroße Produzenten noch um ihre Existenz bangen, sieht sich die Tochter der RTL Group bereits als Gewinner des harten Wettbewerbs. „2004 wird unser bestes Jahr, und 2005 werden wir unser Ergebnis noch einmal toppen“, kündigte Bauer auf der weltgrößten Filmmesse Mip-TV in Cannes an.

CANNES. Seit Beginn der Werbekrise vor drei Jahren haben die Sender ihre Programmausgaben um rund 20 Prozent gesenkt und damit viele Produktionsfirmen in Bedrängnis gebracht. Ufa, die neben Massenshows wie „Deutschland sucht den Superstar“ auch Fernsehdramen wie „Stauffenberg“ produziert, hat das offensichtlich nicht beeinflusst: Mit ihren sieben Töchtern – darunter Gesellschaften wie Grundy, Phoenix Film, Trebitsch und Teamworx – erreicht sie einen Anteil von knapp 17 Prozent am schätzungsweise 2 Milliarden Euro schweren deutschen Fernsehfilmmarkt. Im vergangenen Jahr hat sie nach eigenen Angaben einen Umsatz von mehr als 320 Mill. Euro erwirtschaftet.

Und auch in Zukunft erwartet das Unternehmen neue, lukrative Aufträge: Mit zwei Sendern werde derzeit über eine neue Serie verhandelt, die ab 2005 langfristig laufen soll, bestätigte Ufa-Chef Bauer. Details nannte er nicht. Zum Gewinn macht das Unternehmen traditionell keine Angaben.

Erst kürzlich war es der Ufa gelungen, den Münchener TV-Produzenten Bavaria im Wettstreit um eine südamerikanische Seifenoper beim ZDF auszustechen. Die umsatz- und renditestarken „Telenovelas“ gelten ebenso wie die Daily-Soaps „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und „Hinter Gittern“ als sichere Bank für den Filmproduzenten.

Dabei trug Fremantle Media, die internationale Muttergesellschaft der Ufa, noch vor wenigen Wochen die roten Laterne. Ihr Umsatz stagnierte im Jahr 2003 bei 819 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) sank um 19 Prozent auf 68 Millionen Euro. Insidern zufolge sind hohe Abschreibungen auf vorhandene Filmrechte für das enttäuschende Ergebnis verantwortlich.

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