Spitzel-Affäre
Vor-Urteil im Telekom-Prozess

Am Dienstag entscheidet das Landgericht Bonn in der Spitzel-Affäre der Deutschen Telekom. Handelsblatt-Redakteurin Sandra Louven resümiert eine Verhandlung, in der das Recht zum Tragen kommt – die Wahrheit aber nicht.
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Recht und Gerechtigkeit - in Bonn werden sie nicht gerade hofiert. Der Schwurgerichtssaal im Landgericht erinnert schon äußerlich an ein Theater: Die Stühle der Zuschauer sind in Reih und Glied angeordnet. Ein Band trennt das Auditorium von der anderen Seite, der Bühne.

Dort tummeln sich die Darsteller: In der Mitte die Richter mit ihren Schöffen, links von ihnen, neben der riesigen Glaswand, die Staatsanwälte und rechts die Angeklagten und ihre Verteidiger.

In dem Stück, das zur Aufführung kommt, geht es um Misstrauen, Verrat - und um eine Straftat, die seit Kurzem grassiert: Das groß angelegte Ausspähen von Mitarbeitern und Journalisten - der unerlaubte Zugriff auf ihre Telefondaten.

Es ist ein perfides, ein leises Verbrechen. In aller Regel merken die Opfer gar nicht, dass sie Opfer sind. Und sie ahnen nicht, dass es einen Täter gibt, der sich über sie erhebt, der sich anmaßt, in ihre Privatsphäre zu dringen.

Für die meisten Menschen aber ist es völlig jenseits ihrer Vorstellungskraft, dass sich all dies ein Konzern herausnimmt, dem praktisch jeder Bürger blind seine Kontakt- und Verbindungsdaten anvertraut: die Deutsche Telekom.

Die Ohnmacht der Justiz

Jetzt, hier im Landgericht Bonn, geht es darum, die Spitzel-Affäre der Telekom aufzuklären. Es geht um Schuld - und um die Wahrheit. Zweieinhalb Monate lang haben die Akteure nun darum gerungen. Oder dagegen - oft ist das in dem Theater, das bisweilen absurde Züge annimmt, nicht völlig klar.

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