Spitzelaffäre bei der Telekom
Staatsanwälte durchsuchen Detektivbüro

Jetzt geraten auch Detekteien ins Visier der Ermittler, die die Spitzelaffäre bei der Telekom untersuchen. Die Bonner Staatsanwaltschaft hat kürzlich Geschäftsräume der Kölner Privatdetektei Argen durchsucht, wie jetzt bekannt wurde.

HB BONN. Justizkreise in Nordrhein-Westfalen bestätigten am Samstag entsprechende Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel wollte zu dem Fall nur sagen: "Die Firma Argen hat mit der Telekom häufig zusammengearbeitet, und wir hatten einige Fragen zu klären." Details könne er nicht preisgeben.

Nach dem "Spiegel"-Bericht war Argen von der Telekom seit Jahren "für diverse Aufklärungen in der Grauzone eingesetzt worden". So sei das Detektivbüro mit seinem Geschäftsführer David Cowling etwa zur Aufklärung von Mauscheleien bei ausländischen Tochterfirmen oder vermeintlicher Firmenspionage sowie zur Überprüfung neuer Geschäftspartner eingesetzt worden. Cowling bestritt jedoch im "Spiegel", in der Telekom-Bespitzelungsaffäre tätig geworden zu sein.

Ex-Telekomchef Kai-Uwe Ricke sowie der ehemalige Aufsichtsratchef Klaus Zumwinkel geraten unterdessen in der Spitzel-Affäre weiter unter Beschuss: Die Kanzlei Oppenhoff & Partner, die die Affäre im Auftrag der Deutschen Telekom untersucht hat, kommt in ihrem Abschlussbericht zu dem Ergebnis, dass Zumwinkel und Ricke persönlich Ermittlungen gegen ein Aufsichtsratsmitglied in Auftrag gegeben haben. Dem Handelsblatt liegt das Ergebnis des Berichtes vor.

Die Staatsanwaltschaft Bonn untersucht seit dem Frühjahr 2008 den Schnüffelskandal. Nach Angaben der Ermittler hat das Unternehmen die Telefonverbindungsdaten von eigenen Aufsichtsräten, Betriebsräten und Journalisten, aber auch Dritten wie Verdi-Chef Frank Bsirske ausgespäht. Insgesamt ist von mindestens 55 Personen die Rede. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ein Dutzend Beschuldigte, darunter Ricke und Zumwinkel.

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