Spitzelaffäre
Blanke Nerven bei der Telekom

Bei der Deutschen Telekom liegen in der Spitzelaffäre offenbar die Nerven blank: Konzernchef René Obermann hat in der vergangenen Woche DGB-Chef Michael Sommer informiert, dass sein Name ebenfalls auf einer Liste von Personen genannt wurde, deren Verbindungsdaten Telekom-Mitarbeiter abgeglichen haben.

DÜSSELDORF. In Kreisen der Bonner Staatsanwaltschaft heißt es jedoch, der Name sei nur aufgetaucht, weil Sommer einmal mit seinem Aufsichtsratskollegen Wilhelm Wegner telefoniert habe. Wegner ist der Kontrolleur, dessen Handyverbindungen die Telekom überprüft hat.

Bislang sind offiziell zwei Personen bekannt, bei denen die Telekom in den Jahren 2005 und 2006 kontrolliert hat, mit wem sie telefoniert haben: Neben Wegner ist dies der „Capital“-Journalist Reinhard Kowalewsky. Mit der Überprüfung wollte der Konzern undichte Stellen im Unternehmen ausfindig machen. Die Staatsanwaltschaft hat für alle T-Mobile-Nummern auf der Verbindungsliste von Wegner die Namen der Handybesitzer bei der Deutschen Telekom erfragt, mit denen Wegner telefoniert hat. „Der Name Sommer hat bei der Telekom eine solche Panik ausgelöst, dass sie ihn sofort informiert haben“, heißt es in Ermittlerkreisen.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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